WIE DU DURCH MULTITASKING GANZ EINFACH UND SCHNELL 32 PROZENT WENIGER PRODUKTIV SEIN KANNST. - QualityLand 2.0
By Marc-Uwe Kling
Der Zyklop blickt sich in Kikis Versteck um. Er scannt den Raum nach weiteren Ausgängen. Keine zu sehen.
»Diesmal wirst du mir nicht entkommen …«, sagt er. »Das hast du schon mal behauptet«, sagt Kiki. »Und nimm’s mir nicht übel, aber ich finde, deine dritte Inkarnation sieht ziemlich billig aus. Bist du pleite?« »Du willst wohl, dass ich deine Zunge rausreiße, sie frittiere und dann Ernst aufs Pausenbrot packe.« »Äh … nein.« »Nicht mal ich will das«, sagt Ernst. Der Zyklop macht einen Schritt nach vorn. Kiki und Peter weichen zurück. Peter schiebt sich dabei schützend vor Kiki. »Heldenhaft«, sagt Kiki. »Heldenhaft, aber nutzlos.« »Hey«, sagt Peter. »Nutzlos ist mein Ding.« »Ernst, Bertram«, dröhnt der Zyklop. »Schnappt euch den Wurm.« Die beiden Gangster zerren Peter von Kiki weg und zwingen ihn auf die Knie. »Ernst und Bertram?«, fragt Kiki. »Wirklich? Sind das eure echten Namen? Ernie und Bert?« »Was ist daran so lustig?«, fragt Ernst. »Wenn ich ganz lieb frage, würdet ihr dann einmal für mich den Quietscheentchensong singen? « »Also ich bin ja nicht abgeneigt, letzte Wünsche zu erfüllen«, sagt Ernst. »Und ich bin auch leidlich musikalisch, aber ich kenne das Lied leider nicht.« »Ick auck nickt«, sagt Bertram. Peter beginnt zu singen: »Quietsche-Entchen, du bist mein. Und gehörst nur mir allein. Quietsche-Entchen, ich hab dich so furchtbar lieb.« Dabei tanzt er so gut es eben auf den Knien geht. »Was machst du da?«, fragt der Zyklop. »Ich, äh«, sagt Peter. »Ich versuche, auf sehr würdelose Art und Weise Zeit zu gewinnen.« »Schluss damit«, sagt der Zyklop. »Ich bin ja nicht dafür bekannt, dass ich übermäßig Gewalt anwende …« Ernst und Bertram lachen, als hätte der Puppenspieler einen hervorragenden Witz gemacht. »Aber bei euch«, fährt er fort, »werde ich eine Ausnahme machen.« Er geht auf Kiki zu und drückt sie gegen die Wand. Peter will aufspringen, aber Ernst verpasst ihm einen schmerzhaften Schlag mit dem Pistolenkolben. »Vor dir«, sagt der Puppenspieler, »hat noch nie jemand einen meiner Avatare vernichtet.« »Das wundert mich«, sagt Kiki. »Ich fand es nicht besonders schwer …« Der Zyklop schlägt ihr in den Bauch. Kiki stöhnt. »Wie hast du meinen letzten Avatar zerstört? Mit was hast du ihn am Kopf getroffen?« »Das war ein Staubsaugroboter«, sagt Kiki. »Ein was?« »Und ich war das nicht.« »Ich war’s!«, sagt Peter. »Ich hatte ihn aus einer Drohne geworfen. « »Warum zum Teufel wirfst du einen Staubsauger aus einer Drohne?«, fragt der Puppenspieler. »Ich will nicht darüber reden«, sagt Peter. »Es ist voll asozial, etwas aus einer Drohne zu werfen!«, sagt Ernst. »Und streng verboten!«, sagt Bertram. Der Zyklop hebt seine Hand. »Schluss jetzt. Merkt ihr nicht, dass sie uns verarschen wollen?« Er packt Kiki am Hals. »Na gut, Prinzessin, dann werde ich jetzt deinen hübschen Kopf nehmen und ihn durch diese Wand zaubern«, sagt er. »Bist du schon gespannt? Ich zähle bis drei, dann Abrakadabra.« Er holt mit seinem Arm aus. Kiki hängt daran wie eine Puppe. »Eins, zwei, drei! Abrakada …« Bevor er Kiki gegen die Wand schlagen kann, trifft ihn unerwartet etwas Hartes am Hinterkopf. »Was war das denn jetzt schon wieder?«, fragt der Puppenspieler und lässt Kiki fallen, die auf dem Boden zusammenbricht. Hinter dem Zyklopen steht ein alter Nannybot mit einer Bratpfanne in der Hand. »Na, wer bist du denn?«, fragt der Zyklop lachend. »Willst du kämpfen, ja?« Er macht tänzelnde Bewegungen und führt dann eine Finte aus. M.A.M.A. fällt darauf herein und schlägt mit der Pfanne ins Leere. Der Zyklop schnappt sich ihren Arm und reißt ihn mit einer schnellen Bewegung aus dem Körper. »Mama, nicht!«, ruft Kiki und will aufspringen, aber Bertram richtet seine Pistole auf sie und schüttelt den Kopf. M.A.M.A. blickt auf die Stelle, an der soeben noch ihr Arm gewesen ist, dann bückt sie sich ächzend und nimmt die Bratpfanne in die andere Hand. »Na, das ist ja ein Spaß!«, sagt der Puppenspieler. M.A.M.A. holt mit ihrem verbliebenen Arm aus, aber der Zyklop fängt ihn ab. Er drückt mit seiner linken Hand gegen die Schulter der Nanny und reißt mit der rechten ihren zweiten Arm aus. »Und jetzt?«, fragt er. »Was machst du jetzt?« M.A.M.A. senkt ihren Kopf und rennt auf den Avatar zu. Der macht eine schnelle Bewegung zur Seite. Eine rot glühende Klinge schnellt aus seinem rechten Arm nach vorne und mit einem einzigen Schlag trennt er M.A.M.A.s Beine von ihrem Rumpf. Die Beine brechen zur Seite weg, und ihr Torso kracht auf den Boden. Erstaunlicherweise bleibt er aufrecht. »Na, gibst du auf?«, fragt der Puppenspieler lachend. M.A.M.A.s Bauchbildschirm leuchtet auf. Darauf sieht man den Torso eines schwarzen Ritters. »Ich spuck dir ins Auge und blende dich!«, ruft der Ritter. »Was machst du denn, Mama?«, ruft Kiki. Der Zyklop stupst den Nanny-Torso leicht mit seinem Zeigefinger an, und M.A.M.A. kippt nach hinten. Kiki wendet den Blick ab, als der Zyklop seinen Fuß hebt und damit M.A.M.A.s Kopf zerschmettert. Ihr Bauchmonitor leuchtet noch einmal auf. Dort steht: »Bist du mir böse?« »Das wirst du noch bereuen!«, zischt Kiki. »Das glaube ich kaum«, sagt der Puppenspieler. »Denn jetzt …« Dann ist es eine Weile still. Der Zyklop schweigt. »Ach, Scheiße«, sagt Ernst. »Nicht schon wieder.« »Sorry«, sagt Bertram zu Peter und Kiki gewandt. »Wir haben Verbindungsprobleme.« »Der Zyklop buffert. « »Passiert manckmal, wenn wir an Orten mit schlecktem Empfang sind.« »Sind wir leider sehr oft.« »Wie auch immer. Just a second. Dann laeuft er wieder.« Bertram haut dem Zyklopen unbeholfen auf den Hinterkopf, als ob das bei einer so komplexen Maschine etwas helfen könnte. Kiki richtet sich auf. »Joa«, sagt Ernst nach kurzem Schweigen. »Hat einer von euch in letzter Zeit eine geile neue Serie geguckt?« Peter und Kiki starren ihn nur sprachlos an. »Ich gucke ja gerade Dinos im Weltall «, sagt Ernst, »doch ehrlich gesagt finde ich die Grundidee schwer zu schlucken.« »Aber es war schon geil, wie der T. Rex in der ersten Folge das Spaceshuttle GEBLOCKT hat«, sagt Bertram. »Ja! Hammer! Und habt ihr was Gutes gesehen in letzter Zeit?« »Na ja, ich, äh, also«, beginnt Peter zu stottern. »Ich hab eigentlich kaum was … Also … Ich weiß nicht …« »Okay, okay«, sagt Ernst, »wir können auch schweigen, bis der Avatar wieder läuft. Ich dachte halt …« »Du sollst nicht denken«, dröhnt der Zyklop. »Ich hatte nicht die Verbindung verloren. Ich habe nur eine neue Information erhalten. Einer von euch beiden«, er zeigt auf Ernst und Bertram, »hat diesem Luder geholfen, mich zu hintergehen. Einer von euch beiden hat mich verraten.« »Nein, Chef …«, beginnt Ernst. »Einer von euch beiden sabotiert mich seit Jahren!«, ruft der Zyklop. »Das muss ein Fehler …«, sagt Bertram. »Ich schwöre …«, stammelt Ernst. »Ich verlange, dass derjenige, der loyal zu mir steht, auf der Stelle den Verräter erschießt!«, brüllt der Zyklop. »Jetzt sofort!« Fast zeitgleich krachen zwei Schüsse, und Ernst und Bertram sinken beide zu Boden wie Marionetten, deren Fäden zerschnitten wurden. Rote Flecken formen sich auf ihren grünen Jogginganzügen. Die Farben passen wirklich gut zusammen. Der Zyklop schüttelt den Kopf und schlägt sich mit der flachen Hand gegen seine fast gesichtslose Roboterstirn. Kiki nutzt die Gelegenheit, schnappt sich einen Stuhl und lässt ihn mit Schwung gegen die Seite des Zyklopen krachen. Der Stuhl geht zu Bruch. Der Zyklop steht ungerührt an Ort und Stelle. »Ach, Kindchen«, sagt er. »Das Ding hat eine Titanlegierung. Du könntest deine ganze Einrichtung auf ihm zertrümmern, ohne Dellen zu hinterlassen.« Kiki lacht. Ein Lachen der Erleichterung. Peter hat das Gefühl, den Witz verpasst zu haben. »Nehmt ihnen die Waffen ab«, sagt der Zyklop, »falls die Schwachköpfe wieder zu sich kommen.« Kiki sammelt die Waffen ein, während Peter mit offenem Mund dasteht und schließlich »Moment mal …« sagt. »Er scheint mir verwirrt, Kindchen«, sagt der Zyklop. »Das ist sein Ding«, sagt Kiki. »Sie …!«, ruft Peter. »Sie sind der Alte!« »Na, schau mal einer an. Ein ganz Heller!« »Echt jetzt?«, fragt Peter. »Sie sind der Puppenspieler?« Der Zyklop wendet sich zu Kiki. »Was findest du nur an ihm, Kindchen?« »Ich finde ihn irgendwie niedlich.« »Moment mal, Sie sind nicht der Puppenspieler!«, ruft Peter. »Sie haben ihn nur gehackt.« »Oh!«, sagt der Avatar überrascht und deutet auf Peter. »Und für einen Augenblick habe ich gedacht, er sei wirklich dumm.« »Er ist nicht dumm«, sagt Kiki. »Er ist nur nicht besonders schnell. « »Was ist eigentlich mit deinem Gesicht?«, fragt der Alte. »Ich bin gestolpert«, sagt Peter. »So, so.« »Ich bin wirklich nur gestolpert.« »Ich glaube dir«, sagt der Alte. »Ich kann mir gut vorstellen, dass es auf deinem Intelligenzlevel schon eine ungeheure Herausforderung darstellt, die Bewegung zweier Beine zu koordinieren. Wenn überhaupt, dann wundere ich mich, dass du nicht viel öfter stolperst. Aber hat dir schon mal jemand den Tipp gegeben, dich mit deinen Händen abzustützen, wenn das passiert?« »Ich glaube, er mag dich«, sagt Kiki. »Woher wussten Sie, dass wir Hilfe brauchen?«, fragt Peter. »M.A.M.A. hat mich alarmiert«, sagt der Alte. Kiki schaut auf die völlig zerstörte Nanny. Sie hat dabei sehr viele sehr widersprüchliche Gefühle. »Und sie hat mir die Zeit verschafft, die ich brauchte, um dem Puppenspieler die Kontrolle zu entreißen.« »Und wie zum Teufel hast du das hingekriegt?«, fragt Kiki. »Erinnerst du dich an den Datenwürfel, den ich aus dem Kopf der letzten Inkarnation stiebitzt habe? Sehr aufschlussreich.« Kiki lässt sich bei den Überresten ihrer Nanny auf den Boden sinken. »Es tut mir so leid«, sagt Peter. »Es ist Quatsch, Maschinen nachzutrauern«, sagt Kiki, während ihr eine Träne über die Wange fließt. »Der Puppenspieler hat dich nur meinetwegen gefunden«, sagt Peter. »Es ist alles meine Schuld.« »Blödsinn«, sagt Kiki. »Wenn du nicht den Staubsauger aus der Drohne geworfen hättest, wäre ich schon das letzte Mal draufgegangen. Wenn irgendjemand Schuld hat, dann mein Vater. « »Warte mal«, sagt der Alte, »du hast den Staubsauger aus einer Drohne geworfen?« »Ich will nicht darüber reden«, sagt Peter. Kiki inspiziert M.A.M.A.s zertretenen Kopf. »Das Beweismaterial hat er jedenfalls schon mal gründlich vernichtet«, sagt sie. »Und hast du gerade gesagt, dass du deinen Vater gefunden hast?«, fragt der Alte. »Mir scheint, er hängt immer eine Frage hinter dem aktuellen Gesprächsstand«, sagt Peter. »Ich versteh nicht ganz«, sagt der Alte. »Dass ich das noch erleben darf«, sagt Peter. »Konntest du etwas über den Puppenspieler rausfinden?«, fragt Kiki. »Kindchen, ich habe gerade diese Teufelsmaschine ferngesteuert, während ich verhindern musste, dass meine gehackte Verbindung abbricht, und das alles unter den ständigen Attacken des Puppenspielers, der übrigens immer noch versucht, seinen Avatar wieder unter Kontrolle zu bringen. Wie, bitte schön, hätte ich ihn dabei auch noch ausspionieren sollen?« »Multitasking«, sagt Kiki. »Du weißt schon, dass Multitasking nur ein Euphemismus für ›viele Dinge gleichzeitig schlecht machen‹ ist? Nur ein echtes Genie hätte während all dem Genannten auch noch den Puppenspieler ausspionieren können.« »Also hast du etwas herausgefunden?«, fragt Kiki. »Natürlich!«, sagt der Alte. »Was denkst du denn?« »Dann spuck’s aus.« »Es ist nicht viel. Ich vermute, es sind Standortdaten. Aber ich muss sie erst noch entschlüsseln. Übrigens fürchte ich, dass ich nicht mehr lange die Kontrolle über den Avatar behalten kann. Also … was ich sagen will … Flieht, ihr Narren! « Peter, der immer noch verdutzt dasteht, wird von Kiki mitgezogen. »Das wollte ich schon immer mal sagen«, murmelt der Alte. Beim Weglaufen sieht Peter noch, wie der Zyklop versucht, sich selbst zu verprügeln. Der erste Schlag trifft mit voller Wucht seine Facettenkamera. »Aua«, sagt er. »Das tut ja wirklich weh …« Dann springt der Zyklop gegen eine Wand. Zu Peters Entsetzen bricht die Wand dabei zusammen. »Komm schon«, ruft Kiki. »Aber wohin?«, fragt Peter und rennt ihr hinterher. »Du wirst dich schön verstecken.« »Wo denn?« »Am besten an einem öffentlichen Ort mit vielen Leuten und viel Polizei.« »Du hast einen merkwürdigen Begriff von ›Verstecken‹.« Kiki öffnet das Tor der Fabrikhalle, und sie stehen auf der Straße. »Und was machst du?«, fragt Peter. »Ich beende diese Farce.« »Das heißt?« »Ich statte meinem Vater einen Besuch ab.« Bevor Peter weitere Fragen stellen kann, gibt Kiki ihm einen Kuss auf die Wange. Immerhin. Er blickt ihr nach, bis sie um eine Ecke des Gebäudes verschwindet. Jetzt ist er allein. Kein Mensch weit und breit in diesem Teil des Maschinenquartiers, aber am Ende der Straße lauert etwas auf vier Beinen. Peter traut seinen Augen kaum. Es ist ein Wolf. Peter und der Wolf starren sich an [26] . Als mit dem üblichen Getöse eine Passagierdrohne in unmittelbarer Nähe landet, sucht der Wolf das Weite. Tim und Jimmy in neuen schwarzen Anzügen springen aus der Drohne und kommen auf Peter zu. »Oh nein«, sagt Peter bestimmt. »Ich bin in den letzten Wochen schon oft genug entführt worden. Das reicht mir für mein ganzes Leben.« »Aber wir haben Anweisungen …«, beginnt Jimmy. »Wenn Henryk mich sprechen will, dann soll er gefälligst zu mir kommen!«, sagt Peter. Kurz entschlossen setzt er sich auf den Boden und klammert sich mit aller Kraft und allen vier Gliedmaßen an das Standbein eines großen Reklamedisplays. Das Display schaltet um und wirbt jetzt für einen rosafarbenen Delfinvibrator. »Herr Arbeitsloser«, sagt Tim, »Peter …« Er versucht halbherzig, Peters ineinander verschränkte Hände zu lösen. »Das ist doch albern.« »Das ist mir egal«, sagt Peter trotzig. »Wie habt ihr mich überhaupt gefunden?« »Ehrlich gesagt, haben wir dir nach deinem ersten Besuch, als du auf dem Rückweg in der Drohne eingeschlafen bist, einen kleinen Ortungschip in den Oberarm …« »Bei euch hackt’s wohl! Wieso denken eigentlich alle, sie könnten mir ungefragt einen Ortungschip implantieren? Und es ist doch nicht mal nötig! Man weiß doch sowieso immer, wo alle sind.« »Nun ja, aber schau mal«, sagt Tim. »Heute war ich schon recht froh über den Chip, weil du ja deinen Ohrwurm und dein QualityPad nicht bei dir hast.« »Pff«, macht Peter nur. »Was ist eigentlich mit deinem Gesicht passiert?«, fragt Jimmy. »Ich bin nur gestolpert! « »Wie du meinst.« »Jetzt stell dich nicht so an, Peter«, sagt Jimmy. »Es ist eh nur ein kurzer Flug. Henryk ist in der Stadt.« Peter hat seine Beine im Schneidersitz um das Standbein der Reklametafel geschlungen. Tim und Jimmy packen ihn und heben ihn so, wie er ist, in die Höhe. Jeder yogische Flieger wäre neidisch. »Halt, halt. Stopp!«, ruft Peter. »Wo ist Henryk denn überhaupt?« »Er ist auf dem Parteitag der Fortschrittspartei. Er möchte, dass du dabei bist, wenn er seine Kandidatur bekannt gibt.« »Parteitag der Fortschrittspartei, hm? Viele Leute, was?«, fragt Peter. »Bestimmt auch Polizei, oder? Wenn ihr mir …« Gut zwanzig Meter entfernt bricht der Zyklop mit großem Getöse durch eine Wand des Gebäudes. Überrascht lassen Tim und Jimmy Peter auf den Boden fallen. »Autsch.« Ein wenig ramponiert sieht der Zyklop aus, aber dafür umso gefährlicher. »Meine Fresse«, sagt Peter kopfschüttelnd. »Du bist echt eine Plage.« Der Zyklop nähert sich. Er deutet auf Peter. »Gebt ihn mir freiwillig, und euer Tod wird kurz und schmerzlos sein.« »Ho, ho, ho! Ganz ruhig«, sagt Tim. »Wer sind Sie überhaupt, und was …?« Eine Explosion reißt den Zyklopen in Stücke. »Was zum Teufel?!«, fragt Peter. Jimmy hat eine ganz kleine Knarre in der Hand, mit der er den Zyklopen einfach weggepustet hat. »Ich mochte seinen Tonfall nicht«, sagt er. »Krass, Alter!«, sagt Tim und zeigt auf die kleine Knarre. »Was für ein geiles Teil! « Jimmy wirft die Knarre hinter sich. »Hat nur einen Schuss«, sagt er. »Aber der wummst gewaltig!«, sagt Tim. Jimmy hilft Peter auf. »Die Dinger haben sie uns letztens ausgehändigt, falls Henryk mal von einem gepanzerten Gefährt angegriffen werden sollte«, erläutert er. »Verstehe«, sagt Peter. »Ich, äh … ich komm dann mal mit euch.« Er steht auf. »Die schwarzen Anzüge stehen euch aber übrigens viel besser.« »Finde ich auch«, sagt Jimmy. »Das war deine Anregung, nicht?« »Danke dafür«, sagt Tim. »Die weißen Anzüge waren mir echt immer ein bisschen peinlich.« Anmerkungen zum Kapitel 26 Wäre dies ein Film, würde man jetzt sicherlich lustige Violinen hören, gefolgt von drei bedrohlich klingenden Hörnern.