Kapitel 11 - Engel und Apfelkuchen
By Mella Dumont
Am nächsten Morgen schickte Jo die Krankmeldung ab und drückte ihr tiefstes Bedauern darüber aus, dass sie leider auf ärztliches Anraten nicht kommen durfte. »Richten Sie meinem Vorgesetzten bitte aus, dass ich am Wochenende unerwartet erkrankt und momentan nicht arbeitsfähig bin.« Jo las die Mail dreimal durch, bevor sie sie abschickte. Mit dem Brötchengeber, der ihre Hauskredite bediente, durfte sie keine Scherze treiben.
Larissa rief an und fragte, wie es ihr ging. »Es hat uns alle ziemlich geschockt, dass du uns über Max hast abstimmen lassen«, sagte sie. »Egal, wie du dich entscheidest, wir sind für dich da.«
Jo seufzte. »Danke, das ist lieb von euch. Leider muss ich da alleine durch, eure Meinung zu ihm kenne ich ja jetzt.«
»Man sollte nur heiraten, wenn man sich absolut sicher ist«, sagte Larissa. »Du könntest Max um Aufschub bitten. Wenn er dich wirklich liebt, wird er das akzeptieren.«
»Ich denke darüber nach«, versprach sie und verabschiedete sich von ihrer Freundin.
Zur Mittagszeit wärmte sie sich wieder ein Fertiggericht auf und stellte ihren beiden Katern genug Futter hin, damit sie bis zum Abend überleben würden. Sie musste dringend im Internet nachlesen, wie viel Nahrung Katzen benötigten.
Anschließend wappnete sie sich gegen das Schlimmste und fuhr ins Krankenhaus. Obwohl der Wartesaal voller Patienten war, wurde sie sofort zu Moritz vorgelassen. »Deine Laborwerte sind super«, begrüßte er sie. »Wenn man die Amnesie außer Acht lässt, bist du kerngesund. Hast du in deinen Aufzeichnungen irgendwelche Hinweise auf ein mögliches Trauma gefunden?«
»Bisher ist mir nichts aufgefallen.«
In diesem Moment klingelte ihr Handy. Es war Max!
»Ja?«, meldete sie sich.
»Wir müssen reden, sofort. Wo steckst du?«
»Im Krankenhaus, warum?«
»Gib mir die Adresse. Ich habe schon gebucht, mein Flug geht morgen früh.«
»Warum willst du deinen Urlaub abbrechen? Es ist nicht so tragisch, wie du hörst, bin ich munter.«
»Nicht so tragisch? Du hast dich für zwei Wochen krankgemeldet! Hast du vergessen, dass wir am Montag heiraten? Die Adresse!«
Woher wusste er von ihrem Attest?
Seufzend nannte Jo ihm den Namen des Krankenhauses. »Ich werde zu Hause übernachten. Das erkläre ich dir dann später.«
»Das glaube ich jetzt nicht«, murmelte Max. Er schien wütend zu sein.
Jo holte Luft, um ihn zu fragen, was ihn so aufregte (vielleicht ein zu kurz gemähter Rasen?), aber er hatte schon aufgelegt.
»Schlechte Nachrichten?«, fragte Moritz, der sie beobachtete.
»Max hat angerufen und wollte wissen, wo ich stecke.« Sie zuckte mit den Schultern. »Er wird morgen früh zurückfliegen. Woher weiß er, dass ich krank bin?«
»Er hat vielleicht Informationen für uns«, sagte Moritz nachdenklich. »Wir sollten mit allen Personen sprechen, die dich in der letzten Woche gesehen haben. Also du solltest das tun«, korrigierte er sich. »Oder eine Freundin darum bitten, das wäre auch eine Möglichkeit.«
»Okay«, erwiderte Jo unschlüssig. Larissa hatte ihr Hilfe angeboten, vielleicht konnte sie das übernehmen. »Ich gehe dann mal in die Neurologie. Du hast mir ja schon angekündigt, dass ich dort eine Trillion merkwürdige Fragen beantworten muss.« Sie lachte. »Kannst du mir noch mal fix das Jahr sagen, in dem wir uns befinden? Das Datum habe ich jetzt im Kopf.«
Moritz griff zum Telefon, ohne auf ihren Scherz einzugehen. »Warte, ich rufe für dich an, du kannst hier bei mir bleiben und Kaffee trinken, bis sie Zeit für dich haben.«
»Das ist natürlich noch besser.« Sie ging zu seinem langen Wandregal und sah sich die Fachbücher an. Während er seine Kollegen anrief, zog sie ein Werk über das Gehirn heraus und setzte sich hin. »Ich bin beschäftigt, du kannst ruhig weiterarbeiten«, sagte sie ihm.
Eine Weile saßen sie ruhig zusammen, als hätten sie seit jeher nichts anderes getan. Moritz klickte auf seinem Bildschirm herum und runzelte hin und wieder die Stirn, um anschließend etwas zu tippen. Jo blätterte durch das Inhaltsverzeichnis und den Index, verschaffte sich einen Überblick und las. Zunächst ein wenig über den Gehirnaufbau, dann sprang sie zu dem Kapitel, das sich mit der Gedächtnisleistung des Menschen beschäftigte.
Es war ein langweiliger und doch ein besonders schöner Moment.
Sie vertiefte sich in den Fallbericht eines Studenten, der mit dem Kopf auf die Bordsteinkante geknallt war und sämtliche Erinnerungen an sein Leben verloren hatte. Er konnte noch laufen und Fahrrad fahren, weil das prozedurale Gedächtnis nicht beeinträchtigt worden war. Das schien ihr logisch, da ihr das Autofahren leichtfiel. Auch seine Allgemeinbildung war noch vorhanden. Lediglich das episodische Gedächtnis, in dem die persönliche Biografie abgespeichert wurde, war von der Amnesie betroffen.
Jo runzelte ihre Stirn. Wenn bei diesem Patienten das Allgemeinwissen nicht beeinträchtigt war – warum erinnerte sie sich dann nicht an ihr Jurastudium?
Sie schloss kurz die Augen. Diese Details würden ihr nicht weiterhelfen, zumal es keine Therapie gab, wenn organisch alles in Ordnung war. Die Erinnerungen kamen wieder – oder nicht. Es gab keine magische Pille, die man einwerfen konnte.
»Ich weiß nicht mal, welchen Beruf Max ausübt«, sagte Jo aus heiterem Himmel. »Vielleicht ist er ja auch Arzt? Dann ist er sauer, dass ich zur Konkurrenz gegangen bin, statt zu ihm.«
Moritz blickte von seinem Bildschirm auf und lächelte. »Wir werden ihn fragen. Am besten kommst du rechtzeitig her, dann kann ich mit ihm reden. Es wird ein ziemlicher Schock für ihn sein, sobald er begreift, dass du eure gemeinsame Vergangenheit vergessen hast. Wir müssen dafür sorgen, dass du ihn nicht alleine triffst. Die Belastung würde dir nicht gut tun. Und ihm auch nicht.«
Jo nickte. Sie war viel zu aufgeregt, um dieses Gewitter ohne schützendes Obdach alleine abzufangen.
Auf dem Weg zur Neurologie verlief sie sich zweimal, weil sie mit den Gedanken ganz woanders war. Beim Arzt im Sprechzimmer erging es ihr kein bisschen besser. Sie saß ihm gegenüber und musste sich endlos viele Fragen stellen lassen. Fragen über Trier konnte sie beantworten, sie erinnerte sich auch noch an einige Stationen ihres Lebenslaufs, aber meistens schüttelte sie nur stumm den Kopf. Dann musste sie den ersten Moment, an den sie sich erinnerte, genau schildern. »Ich weiß selbst nicht, warum ich nicht ins Krankenhaus wollte«, sagte sie verlegen. »Es ging mir trotz allem irgendwie gut und ich wollte mich zurückziehen und darauf warten, dass ich mich wieder erinnere. Dank meines Handys und des Autoschlüssels klappte es ja auch einigermaßen.« Sie erzählte, dass sie die Küche und den Waschraum im Keller auf Anhieb gefunden hatte.
Der Neurologe nickte, kritzelte etwas auf seinem Bogen und stellte sofort die nächste Frage.
Irgendwann saß er schweigend da, sah auf sein Blatt und runzelte seine Stirn. »Wir werden Sie stationär aufnehmen.«
»Das geht nicht!«, entfuhr es Jo. »Ich habe zwei Kater!«
»Haben Sie keine Nachbarn?«
»Diese Schnepfe von nebenan würde meine Miezen glatt verhungern lassen.« Jo schüttelte energisch den Kopf. »Wenn Sie mich in ein Krankenzimmer sperren, werde ich mich erst recht nicht erinnern. Ich muss meinen Computer weiter durchforsten, da finden sich viele Informationen. Außerdem habe ich zu Hause stapelweise Fachbücher und Gesetzestexte herumstehen, das wird auch helfen.« Jo sprudelte alles heraus, was ihr einfiel, um nur nicht eingewiesen zu werden.
»Ich sehe das anders, Frau Vogel«, sagte der Neurologe. »Wir haben bisher keine organische Ursache gefunden, deshalb könnte Ihre Amnesie durch ein traumatisches Ereignis ausgelöst worden sein, das vielleicht sogar in Ihrem Haus stattgefunden hat. Hier können wir Ihrer Psyche einen sicheren Raum bieten.«
»Nein«, widersprach Jo energisch. »Patienten haben Rechte. Ich kann nachweisen, dass ich im Alltag gut zurechtkomme. Ich habe schon fast jedes Blatt Papier aus dem Aktenschrank analysiert. Falls die Erinnerungen gar nicht wiederkommen, suche ich mir einen Job, der zu meinen reduzierten Fähigkeiten passt.«
»Zunächst werden Sie von mir aufgefangen«, beruhigte sie der Neurologe. »Sie werden täglich zu einer Therapiestunde kommen. Falls sich in einem halben Jahr immer noch nichts getan hat, können wir über Maßnahmen zur Wiedereingliederung ins Berufsleben sprechen. Bis dahin erhalten Sie Krankengeld.«
Als Jo den Raum verließ, wusste sie nicht, ob sie sich freuen sollte oder ob eine Panikattacke die angemessene Reaktion war. Der Arzt verschaffte ihr Zeit, das war gut. Geschenkte Zeit, die sie dazu verwenden konnte, um mehr über sich herauszufinden.
Nachdem sie Moritz von dem Besuch beim Neurologen kurz berichtet hatte (er war mit seinen Analysen im Rückstand und hatte wenig Zeit), kaufte sie in der Kantine zwei Stück Kuchen und besuchte Johanna.
»Ich musste es einfach tun«, sagte die junge Frau schuldbewusst, als Jo das Zimmer betrat. »Du darfst mich dafür auch mit Wasser übergießen, falls dir danach ist. Eimerweise.«
Jo seufzte. »Schon gut. Ich habe ein Attest bekommen, das hat den Vorteil, dass ich viel Zeit habe, um herauszufinden, wer ich bin.«
»Ich wünschte, es hätte sich jemand um mich gekümmert, als ich wochenlang in meinem Bett lag und an die Zimmerdecke starrte«, sagte Johanna leise.
»Es wird jetzt für dich aufwärtsgehen, davon bin ich überzeugt«, versicherte Jo. »Auch wenn ich den Hausarzt am liebsten verklagen würde, der dir eine Packung Eisentabletten verschrieben hat, statt dich zu einem Facharzt zu überweisen.«
»Das Problem ist, dass ich keine Energie hatte. Im Internet habe ich gelesen, wie lange man kämpfen muss, bis man einen Therapieplatz bekommt. Das hat mich total entmutigt.«
»Leider erinnere ich mich nicht daran, wie das funktioniert«, erwiderte Jo.
»Du solltest dir in den nächsten Tagen Trier ansehen«, schlug Johanna vor. »Sightseeing gegen Erinnerungsverlust. Deine Heimatregion wäre auch eine Option.«
»Beim Junggesellinnenabschied war ich in der Innenstadt. Ich weiß, wo sich die Geschäfte befinden, aber ich kann dir nicht sagen, mit wem ich dort war.«
»Was ist mit deiner Familie?«, fragte Johanna. »Hast du deine Angehörigen schon angerufen?«
»Noch nicht«, gestand Jo, »ich habe Angst davor. Wie werden meine Eltern reagieren, wenn ich ihnen erkläre, dass ich sie nicht kenne? Wahrscheinlich werden sie sich ins Auto setzen und herkommen, das wird stressig werden.«
»Wo leben sie?«
»In München, denke ich. Dort bin ich aufgewachsen.« Jo seufzte. »Es ist eine lange Fahrt.«
»Wie meine auch! Sobald ich wieder fit bin, könnten wir uns die Stadt zusammen ansehen«, schlug Johanna vor. »Ich kann dir alles zeigen.«
»Das wäre nicht schlecht«, stimmte Jo zu, die innerlich von einem Spaziergang mit Moritz träumte. Das war angenehmer, als darüber nachzudenken, wie ihre Schulfreunde reagieren würden, wenn sie ihr am Stachus begegneten und sie sie nicht erkannte. »Kann ich morgen länger bei dir bleiben?«, fragte sie und erzählte, dass Moritz mit ihrem aufgebrachten Verlobten sprechen wollte.
»Aber klar doch!« Johanna strahlte. »Bring deinen Laptop mit, mir macht das nichts aus. Wir können natürlich auch einfach quatschen, je nachdem, wonach dir ist.«
Jo atmete erleichtert auf. »Das ist sehr lieb von dir, danke.«
Sobald sie wieder zu Hause war und die beiden Kater gefüttert hatte (die immer dann pünktlich angeflitzt kamen, wenn ihr Auto in die Garage rollte), setzte sie sich an den Computer und recherchierte. Sie schaute sich den Studienverlaufsplan der Universität Trier an, an der Johanna eingeschrieben war. Hier schlug sie zwei Fliegen mit einer Klappe. Sie konnte Johanna helfen, ihren Wiedereinstieg ins Studium zu planen und gleichzeitig ihren Erinnerungen an die Juristerei auf die Sprünge helfen.
Doch der entscheidende Geistesblitz blieb aus. Jo sah sich im Internet die Karte der näheren Umgebung an und ging ein bisschen spazieren. Kein Lichtblick, keine Erinnerung. Als sei sie eine Touristin in ihrem eigenen Wohnviertel.
Frustriert betrat Jo eine Bäckerei, um gegen ihre Enttäuschung ein Stück Apfelkuchen zu kaufen.
»Das führen wir nicht«, sagte die Verkäuferin mit gerunzelter Stirn und pries stattdessen die Himbeertorte an. »Die ist sehr saftig und angenehm fruchtig«, versicherte sie.
Jo bedankte sich und verneinte. Stattdessen lief sie zum nächsten Supermarkt und schaute sich dort um. Kein Apfelkuchen – nicht mal in der Tiefkühltruhe.
Nein, sie würde nicht aufgeben. Schon aus Prinzip wollte sie ein Stück Apfelkuchen essen, und wenn sie dafür alle Bäckereien und Cafés in ganz Trier abklappern musste. Sie zückte ihr Handy und suchte nach einer weiteren Möglichkeit, doch in Laufentfernung gab es sonst nichts. Schließlich holte sie ihr Auto und fuhr in die Innenstadt. Als sie aus dem Parkhaus trat, nieselte ein leichter Sommerregen auf ihre Schultern.
In einer Drogerie erwarb sie einen gelben Regenschirm und setzte ihre Suche fort. Als sie nach einer Runde vor der Porta Nigra angekommen war und noch immer keinen Apfelkuchen gefunden hatte, wurde sie wütend. »Das gibt es doch nicht!«, flüsterte sie frustriert. Sie starrte auf den Quarkstrudel der Bäckereikette, der unschuldig neben dem Bienenstich lag.
Jo ging zurück zum Parkhaus und fuhr zu dem Supermarkt, wo sie ohne Erinnerungen aufgewacht war. Die Äpfel waren aus, also konnte sie das Backen auch vergessen. Missmutig kaufte sie Katzenfutter und fuhr nach Hause. Dort kochte sie sich einen Tee, setzte sich vor den Laptop und googelte ein Apfelkuchen-Rezept.
Doch Google war nicht kooperativ. »Es wurden keine mit deiner Suchanfrage – Apfelkuchen-Rezept – übereinstimmenden Dokumente gefunden«, behauptete die Suchmaschine.
Jetzt war Jo endgültig davon überzeugt, verrückt geworden zu sein. Wie war das möglich? Sie hatte ja nicht nach etwas Außergewöhnlichem gesucht. Es gab jede Menge Rezepte für Kirschkuchen, Pflaumenkuchen und Marmorkuchen, aber sobald sie das Wort ›Apfelkuchen‹ eingab, erschien kein einziger Treffer. Nicht mal einen Apfelpfannkuchen konnte sie finden.
War sie das Opfer einer gemeinen und hinterhältigen Apfel-Verschwörung geworden? Immerhin war der Apfel das Obst der Sünde. Eva hatte sich im Paradies von der Schlange verführen lassen und in einen saftigen Apfel gebissen, obwohl Gott es ihr verboten hatte.
Zur Ablenkung widmete sie sich einem Einsteigerbuch für Jura, um sich einen Überblick über das Fach zu verschaffen. Vielleicht würde sie einfach ein zweites Mal studieren, gemeinsam mit Johanna. Dann musste sie womöglich das Haus verkaufen und in eine kleine Kellerwohnung mit Katzenklappe ziehen, bis sie das Staatsexamen in der Tasche hatte. Wobei sie das Examen ja gar nicht mehr ablegen musste, das hatte sie ja schon. Sie benötigte nur das Wissen.
Nach einer halben Stunde gab sie auf und griff nach den restlichen Ordnern, die in ihrem Regal standen. Seufzend beugte sie sich über die Unterlagen. Eigentlich hatte sie keine Lust mehr, ihre Erinnerungen zu jagen. Es war anstrengend.
»Oh!«, rief sie erstaunt, als sie einen Hinweis auf einen Sparvertrag fand. Interessiert begann sie zu lesen. Ihre Eltern hatten ihr Geld überschrieben – viel Geld, einen sechsstelligen Betrag. Er war seit vielen Jahren fest angelegt. »Deshalb habe ich also den Kredit aufgenommen!«, rief sie. »Um die Zinseinnahmen nicht zu verlieren!« Erleichterung machte sich in ihr breit. Sie hatte keine Schulden. Wenn man die Kredite gegen ihr Erspartes aufrechnete, blieb sogar noch etwas übrig, das sie eine Zeit lang über die Runden bringen würde, sobald sie ihren Job verlor und kein Krankengeld mehr erhielt.
Das waren gute Nachrichten! Jo war nicht anspruchsvoll, aber Puschel und Mio würden in einer kleinen Wohnung leiden. Sie waren an ihre Freiheit gewöhnt.
Als sie die Ordner alle durchhatte, schaltete sie Netflix auf ihrem Fernseher ein und guckte eine Serie von vorne, die sie laut ihres Accounts bis Staffel drei angesehen hatte. Bis zwei Uhr in der Nacht ließ sie sich von der Story gefangen nehmen, bevor sie endlich ins Bett ging. Immerhin hatte sich ihr Geschmack nicht geändert, was ihr vorher gefallen hatte, bereitete ihr auch jetzt Freude.
Aber galt das auch für Max? Man verlobte sich doch nicht mit einem Menschen, den man nicht mochte!
Ihr zukünftiger Ehemann brach gerade seinen Urlaub ab und würde nach Hause kommen. Damit gab er ihr eine weitere Chance, ihn besser kennenzulernen.
Die nächsten Tage würden zeigen, ob ihre Beziehung auch in schlechten Zeiten etwas wert war.