Kapitel 19 - The Enchanted Greenhouse - Ein Schimmer der Hoffnung
By Sarah Beth Durst
Als sie Yarrows Cottage erreichten, war Terlu völlig durchgefroren. Ihre Füße in den nassen Socken kamen ihr wie Eisblöcke vor. Ungeschickt streifte sie ihren Mantel ab.
»Du kannst deine Sachen am Feuer lassen.« Yarrow legte Holzscheite nach. Wasser tropfte zischend in die Flammen. Er trat zurück und streifte kurzerhand sein Hemd ab.
Bisher hatte sie sich immer höflich abgewandt, wenn er sich umgezogen hatte. Manchmal war sie auch gerade im Bad gewesen. Aber dieses Mal ging alles so schnell, dass sie keine Zeit hatte, sich wegzudrehen. Er war … Wahnsinn! So viele Muskeln. Dass er breite Schultern hatte, war ihr auch so aufgefallen, aber seine Brust und seine Arme waren eine Überraschung. Sie starrte ihn an, während er sein Hemd ausschüttelte und es über einen Stuhl beim Feuer hängte.
Ein leiser Laut war zu hören – ein vogelartiges Piepsen. Dass es aus ihrer eigenen Kehle gedrungen war, begriff sie erst, als er sie anschaute. Ihre Wangen wurden heiß. Sie fuhr zu ihrem Bett herum und streichelte eifrig Emeral, der zusammengerollt auf der Decke lag. »Liebes Kätzchen!«
Der geflügelte Kater schnurrte. Terlu spürte, wie die Röte sich in ihrem ganzen Gesicht ausbreitete, ihr sogar über Hals und Nacken kroch. Liebes Kätzchen? Ach, Mist, weshalb konnte sie aber auch nie …
Er legte ihr die Hand auf die Schulter. Warm war sie. Schwer.
Sie drehte sich um und schaute ihm in die Augen. Goldene Flecken schwammen in einem smaragdgrünen Meer. Der Atem stockte ihr. Er hatte Augen, in denen man ertrinken konnte.
»Du tropfst auf den Kater«, sagte er.
»Oh!« Sie machte einen Satz vom Bett weg. Dann hastete sie zum Feuer hinüber, schälte sich aus ihren nassen Klamotten und schlüpfte in das trockene Wollkleid, das er ihr reichte. Es war ganz weich und lag eng an. Reiß dich zusammen! »Sollen wir die Suppe heiß machen?«
»Ich kann uns Brötchen dazu backen«, schlug er vor. »Der Teig sollte mittlerweile aufgegangen sein.«
»Wann hattest du denn Zeit dafür, Teig zu kneten?«
Er zuckte mit den Schultern. »So was entspannt mich.«
»Oh. Oh! Ich wollte nicht sagen, dass du dir dafür keine Zeit nehmen solltest …« Ihr fiel aus dem Stegreif noch ein wunderbarer Weg ein, sich zu entspannen … Sie wollte, sie hätte den Mut, den Gedanken laut auszusprechen! Außerdem hätte sie darauf verzichten können, ständig magentarot anzulaufen.
Yarrow war bereits damit beschäftigt, Kugeln aus dem vorbereiteten Teig zu formen. Doch plötzlich hielt er inne und runzelte die Stirn. »Honigbutter«, murmelte er und wandte sich der Spüle zu, um sich die Hände zu waschen.
»Ich hole sie!«
Terlu ging zum Eiskasten und holte die Honigbutter heraus. Als sie sich damit umwandte, stellte sie fest, dass er sie beobachtete. Wahrscheinlich bloß, weil er mich merkwürdig findet. Ganz bestimmt nicht, weil … Er findet nichts an mir. Es war nicht so, dass er etwas gegen sie hatte. Aber das bedeutete noch lange nicht, dass er sie küssen wollte. Sie gab sich alle Mühe, nicht seine Lippen anzustarren. Stattdessen setzte sie ein strahlendes Lächeln auf und hielt ihm die Butterdose hin.
»Auf jedes Brötchen kommt ein Teelöffel«, sagte er.
Er blieb, wo er war. Während sie Honigbutter verteilte, war sie sich seiner Nähe überdeutlich bewusst. Beinahe spürte sie sie auf der Haut wie die Wärme des Feuers … Sie lauschte seinem Atem. Ihre Hand zitterte ein wenig, und sie konnte nur hoffen, dass er es nicht merkte.
Wie albern ich mich aufführe! Er hat sich bloß an mich gewöhnt, weil ich Zaubersprüche lesen kann. Als sie fertig war, trat sie von der Anrichte zurück, und er schob das Blech mit den Brötchen in den gemauerten Ofen.
»Was ist deine liebste Erinnerung?«, fragte sie ihn.
Er machte Anstalten, ein weiteres Mal mit den Schultern zu zucken.
»Du musst nicht antworten.« Sie wusste nicht, wie sie plötzlich auf diese Frage gekommen war. Sie wollte einfach gern mehr über ihn wissen. Wenn sie ihn besser verstand … Und er sie … Dann würde das Unbehagen vielleicht schwinden. »Meine hängt mit einer Orange zusammen.«
»Ach ja?«
»Ich bin auf Eano aufgewachsen. Da ist es viel wärmer als hier … Stell dir Sandstrände vor, Guaven und Saft aus süßen Beeren. Und schneien tut es nie! Jedenfalls hat meine Großmutter einen ganz besonderen Orangenbaum. Dreihundert Jahre ist er alt … Zumindest wird das in meiner Familie so erzählt. Keine Ahnung, ob es stimmt … Vielleicht ist es mit dem Baum wie mit dem Koi meines Cousins. Der ist ungefähr dreihundertmal gestorben, und mein Onkel hat ihn dann immer schnell gegen einen neuen ausgetauscht … Aber das tut nichts zur Sache. Der Baum meiner Großmutter trug stets nur wenige Früchte – vielleicht drei Orangen im Jahr, wenn ihm danach war. Aber wie die schmeckten! Nach Sonnenschein, dem ersten Morgenlicht eines wunderbaren Tages. Alle waren verrückt danach. Sie verschenkte sie, wenn jemand eine besondere Belohnung verdient hatte. Zum Beispiel bekam ein Junge aus unserer Straße eine, weil er seine Schwester vor dem Ertrinken gerettet hatte. Und meine Tante, nachdem sie Zwillinge geboren hatte. Jedenfalls sollte ich dann, als ich schon ein bisschen älter war, den Sommer über im Laden meiner Eltern mitarbeiten. Ein Gefühl dafür bekommen, wie es ist, seinen eigenen Lohn zu verdienen … Aber statt Regale aufzufüllen, hab ich die ganze Zeit gelesen. Im Haus meiner Großmutter hatte ich ein Buch gefunden, abgefasst in einem alten eanischen Dialekt, den heute niemand mehr spricht. Ein paar vereinzelte Worte waren noch bekannt, aber niemand konnte das noch lesen. Ich habe mir diesen Dialekt selbst beigebracht.«
Es war die erste Sprache gewesen, die sie je gelernt hatte – vorher hatte sie nicht gewusst, dass sie ein Talent dafür hatte. Es sei Zeitverschwendung, hatten ihre Eltern gesagt. Wozu sollte es gut sein, einen Dialekt zu sprechen, der beinahe in Vergessenheit geraten war?
»Als meine Großmutter Geburtstag hatte, las ich ihr aus dem Buch vor … Das war meine Überraschung für sie. Es war ein Buch mit alten Märchen, die ihr einst ihre Eltern vorgelesen hatten. Sie verstand den Dialekt, konnte ihn aber nicht lesen. Die Märchen hatte sie seit dem Tod ihres Vaters nicht mehr gehört.«
Terlus Eltern hatten ihre Begeisterung nicht verstanden. Für ihre Arbeit im Laden hatten sie sie auch nicht bezahlt – was, wie Terlu zugeben musste, gerechtfertigt war, da sie keinen Handschlag getan hatte. Doch es war die Sache wert gewesen.
»An dem Tag hat Großmutter mir eine Orange geschenkt.«
»Und hat sie nach Sonnenschein geschmeckt?«
»Nach dem ersten Morgenlicht.« Terlu lächelte bei der Erinnerung. Diesen Geschmack würde sie nie vergessen. »So habe ich meine Begabung für Sprachen entdeckt. Davor … Na ja, es war jedenfalls ein denkwürdiges Ereignis für mich. Jetzt bist du dran!«
»Ähm …« Yarrow trat von einem Fuß auf den anderen.
»Du musst wirklich nicht.« Sie wollte nicht, dass er sich unwohl fühlte. Sie hatte bloß gedacht … »Das ist vollkommen in Ordnung. Ich glaube, die Suppe ist fertig!«
Er schaute nach den Brötchen. »Noch einen Augenblick.«
»Gut.« Sie schenkte Wasser in zwei Gläser und deckte den Tisch mit Schalen und Löffeln. Emeral streckte sich auf dem Bett, spannte dabei die Flügel auf und faltete sie dann wieder ordentlich.
Yarrow sprach in die Stille hinein. »Als ich sechs oder sieben war, bekam ich eine Pflanze, um die ich mich kümmern sollte. Nach ein paar Wochen wurden die Blätter gelb, auf den Stängeln zeigten sich braune Flecken, und die Wurzeln schienen zu modern. Ich dachte, sie hätte eine Krankheit.« Er zögerte. »Hm, nein, eine schöne Erinnerung, hast du gesagt … Ich weiß nicht recht, ob diese zählt.«
Er erzählte ihr von sich! Mehr wollte sie gar nicht. »Das macht nichts … Nur weiter!«
»Letzten Endes ist es wohl schon eine gute Erinnerung … Ich habe die Pflanze meinem Vater gezeigt, und er hat mir erklärt, dass ich sie überwässert hatte. Ich hatte nicht gewusst, dass man Pflanzen zu viel gießen kann … Nur dass sie Wasser brauchen. Ich war im Glauben, ich täte das Richtige.«
Er holte das Blech mit den Brötchen aus dem Ofen, und ihr köstlicher Duft verbreitete sich im ganzen Cottage.
Terlu füllte Suppe in die Schalen und bereitete Emeral sein Abendessen vor. Der Kater stellte die Ohren auf, als er die Fleischstücke in sein Schüsselchen fallen hörte. Als Terlu es ihm hinstellte, kam er eilig geflogen. Terlu und Yarrow setzten sich an den Tisch.
Wie hatte ihr das in der Bibliothek gefehlt: mit einem anderen Menschen zu essen! Das setze ich nicht aufs Spiel, indem ich mich ihm an den Hals werfe. Liebe war ihr nicht so wichtig wie Suppe, frisches Brot und jemand zum Reden – und wie durch ein Wunder redete er tatsächlich.
»Dass ich in Tränen aufgelöst zu ihm gekommen war, überzeugte meinen Vater: Ich war nun alt genug, und das Wohl der Pflanzen lag mir wirklich am Herzen. Am selben Tag noch begann er, mich zu unterrichten.«
Beim Essen erzählte er weiter.
»Wir gingen durch ein ganzes Gewächshaus, und er bestimmte jede Pflanze und erklärte mir, wie man sie beschnitt, umpflanzte und goss. Am nächsten Tag sollte ich ihn dann führen und alles wiederholen. Wenn ich einen Fehler machte, fing er wieder von vorne an.«
Die warmen Brötchen schmeckten wie in Honig getränkte Wolken, und die Suppe war gut durchgezogen sogar noch besser: Die Kräuter hatten ihren vollen Geschmack entfaltet. Terlu teilte ihre Aufmerksamkeit zwischen Yarrows Geschichte und ihrer Schale auf.
»Wenn ich alles über ein Gewächshaus wusste, gingen wir zum nächsten weiter.«
»Du hast eine Pflanze nach der anderen studiert. Seid ihr restlos alle durchgegangen?«
Er zuckte mit den Schultern. »Ja, nach und nach. Es hat ein paar Jahre gedauert. Aber meine arme, überwässerte Pflanze war schon nach einem Monat wieder gesund genug, um zu blühen.«
»Da muss dein Vater aber stolz auf dich gewesen sein.«
»Es war ein schöner Tag. Ich wünschte bloß …« Er brach ab.
»Was?«, fragte sie.
»Hoffentlich geht es ihm gut. Ihnen allen.«
»Du hast gesagt, dass sie Floristen sind, stimmt’s?«
Er nickte.
»Dann gibt es keinen Grund, sich zu sorgen. Sie haben ihr Blumengeschäft wohl kaum direkt neben dem Palast aufgemacht. Die Unruhen haben sie wahrscheinlich bloß aus der Ferne gesehen.« Sie legte so viel Überzeugung in ihre Stimme, wie sie nur konnte. »Bestimmt geht’s ihnen gut, und wir hören bald von ihnen!«
Yarrow lächelte. Jedes Mal freute sie sich darüber.
»Danke dir.«
Und schon wieder errötete sie.
Sie räumten zusammen auf, und Terlu hatte ausnahmsweise nicht das Bedürfnis, die Stille mit Worten zu füllen. Sie war gar nicht unangenehm. Im Gegenteil: Es war behaglich, Seite an Seite zu arbeiten. Nur eins wäre noch besser: Wenn wir uns küssen würden! Aber nein, sie würde nicht zulassen, dass solche Gedanken einen schönen Moment zerstörten. Er hat sich mir geöffnet. Das war eine große Sache.
Er hatte sie nicht mit einer belanglosen Anekdote abgespeist, sondern ihr etwas erzählt, was ihn geprägt hatte. Schritt für Schritt war er mit seinem Vater die Gewächshäuser durchgegangen, hatte geduldig alles über eine Pflanze nach der anderen gelernt … Vielleicht ist das die Lösung! Laiken war ein Zaubermeister gewesen. Seinen Spruch zu wirken, war möglicherweise einfach zu anspruchsvoll für sie. »Ha. Kann sein, dass ich eine Nummer kleiner denken muss!«
Yarrow hob fragend die Augenbrauen.
Sie holte die Blätter mit dem komplexen Zauber, breitete sie auf ihrem Bett aus und vertiefte sich. Einige Elemente konnte sie identifizieren. Was, wenn sie nicht das ganze Gewächshaus in den Fokus nahm, sondern nur ein Detail? Wenn der Zauber weniger wirkungsvoll war, wäre ein Fehlschlag vielleicht auch nicht ganz so … nass. »Der Spruch ist zu mächtig, zumindest für mich. Als wolltest du eine Pflanze versorgen, die dir fremd ist. Mir fehlt die Erfahrung, das Wissen, was ich wann machen muss … Und wie viel davon. Dadurch kann einfach zu viel schiefgehen. Aber wenn ich immer nur ein Element herausgreife … Hier zum Beispiel.« Sie zeigte auf ein Textstück. »Diese Zeile ist dafür da, eine einzelne Fensterscheibe zu stärken. Laiken hat es vollbracht, mit seinem Zauber das ganze Gewächshaus auf einmal magisch zu versiegeln. Aber einen Sprung in einem Fenster verschwinden lassen, das schaffe ich bestimmt auch. Vielleicht wäre das eine vernünftigere Vorgehensweise, zumindest für den Anfang.« Sie schüttelte den Kopf. »Aber was, wenn noch ein Gewächshaus versagt, weil ich es zu langsam angehe?«
Er zuckte mit den Schultern. »Kleine Fortschritte sind besser als Stillstand.«
Terlu starrte mit gerunzelter Stirn den Zauber an und versuchte, die Zeilen im Kopf neu zu arrangieren. »Hast du Kohlestifte hier?« Ihre hatte sie in der Werkstatt gelassen.
Er holte ein paar aus einer Schreibtischschublade. Sie setzte sich mit gekreuzten Beinen auf ihr Bett und begann zu arbeiten. Draußen stieg der Mond höher und ergoss sein blassblaues Licht über den verschneiten Wald. Der geflügelte Kater rollte sich vor dem Kamin zusammen.
»Du kannst dich ruhig schon hinlegen«, sagte Terlu irgendwann.
»Du hast Schlaf viel nötiger«, erwiderte Yarrow. »Besonders, wenn du zaubern willst …«
Sie winkte ab. Sie hatte es beinahe … »Sobald ich hiermit fertig bin!«
Irgendwann nickte sie ein, das Gesicht auf ihren Notizen. Als sie aufwachte, fiel noch immer Mondlicht durchs Fenster. Sie musste aufs Klo. Auf dem Weg ins Bad legte sie die Papiere ungeordnet auf den Tisch.
Sie erleichterte sich, putzte sich flüchtig die Zähne und taumelte zurück. Ihre Glieder waren schwer, ihre Augen bloß noch halb offen. Sie kroch zurück ins Bett, murrte ein wenig, weil der geflügelte Kater so viel Platz einnahm, und schlief sofort wieder ein.
Erst Stunden später, als bereits Sonnenlicht das Cottage durchflutete, wurde ihr klar, dass sie im falschen Bett lag. Es dauerte einen Moment, bis ihr schlafumnebeltes Hirn die Fakten richtig sortiert hatte: Das Fenster war näher als sonst, der geflügelte Kater hatte sich auf dem anderen Bett ausgestreckt und Yarrow hatte einen Arm um sie geschlungen.
Das war schön.
Wirklich schön.
Und gänzlich unangebracht. Uneingeladen hatte sie in seinem Bett nichts zu suchen!
Aber wenn sie jetzt aufstand, wachte er bestimmt auf, oder? Was sollte sie dann sagen? Was würde er denken? Wusste er bereits, dass sie da war? Würde er glauben, sie wäre absichtlich zu ihm ins Bett gestiegen? Wäre das denn schlimm?
Ja. Ja, das wäre es. Falls sie und Yarrow je mehr als Freunde sein sollten (und waren sie das überhaupt schon?), dann wollte sie das nicht durch Tricks erreichen. Er sollte die freie Wahl haben.
Yarrow bewegte sich im Schlaf und kuschelte sich eng an sie. Sein Atem wärmte ihren Nacken. Sie passte so perfekt in seine Arme wie ein Buch an seinen angestammten Platz im Regal.
Sie überlegte so lange hin und her, was sie tun sollte, bis Yarrow aufwachte.
»Mhm … Hallo«, murmelte er.
»Hallo.«
»Du liegst in meinem Bett.«
»Das ist wohl wahr.« Sie schauderte innerlich. »Ich bin nachts aufgestanden, und als ich zurückkam, habe ich … irgendwie mein Bett verfehlt.«
»Aha.«
Er ließ sie nicht los.
»Ähm … Hast du gut geschlafen?«
»Ja, sehr gut«, sagte er, noch morgenheiser. »Und du?«
»Auch sehr gut.« Ihre Stimme klang ein bisschen piepsig.
»Schön.«
»Ich freu mich, dass du auch gut geschlafen hast«, plapperte sie. »So war’s ja auch viel wärmer, oder? Wo es doch draußen so kalt ist. Und am Fenster zieht’s ja immer ein bisschen, aber davon hab ich gar nichts gemerkt, weil es nämlich viel wärmer ist, so zu zweit in einem Bett.« Um des Meeres willen, hör auf zu reden!
»Wärmer ist es wohl«, pflichtete er ihr bei. »Und es war ein Versehen, sagst du?«
»Ja.«
Hätte ich nein sagen sollen?
Er wollte den Arm zurückziehen.
»Nein!«, rief sie. Dann biss sie sich auf die Zunge. »Ich meine: Ja, es war ein Versehen. Aber ein gutes Versehen!«
»Ein warmes Versehen?«
»Genau …«
Yarrow legte wieder den Arm um sie. Was hatte das wohl zu bedeuten? Sie kam nicht dahinter und fragte sich, ob sie sich dumm anstellte. Und wenn schon, dachte sie sogleich. Sie musste sich ja nicht auf die Rolle des Dummkopfs festlegen.
Sie drehte sich um, so dass sie ihn anschauen konnte. Ihre Brüste drückten sich an seine Brust. Seine Augen waren groß, die goldenen Flecken heller, als sie sie in Erinnerung hatte. »Ich würde dich gern küssen«, erklärte sie. »Natürlich nur, wenn du nichts dage…«
Er küsste sie.