Kapitel 14: Kapitel Vierzehn - Secrets of the Sea - Erinnerungsdiebin
By B.E. Pfeiffer
Immer wieder stieß mir jemand grob in den Rücken, einmal, weil ich mich zu langsam bewegte, einmal, weil ich zu schnell war. Ich fragte mich, wieso niemand eingriff und uns zu Hilfe kam, obwohl wir einen Sack über dem Kopf hatten und unsere Hände am Rücken gefesselt waren. Laut Caspian gab es strenge Gesetze in Sculla und Piraten waren nicht gern gesehen. Aber vermutlich hatten uns diese Leute in eine Seitengasse gezogen, in der sich niemand befand und führten uns jetzt über versteckte Wege durch die Stadt.
Zum Glück hatten die Banditen Pearl nicht bemerkt, bevor sie mich überrumpelt hatten. Ich wollte nicht, dass ihr etwas passierte, und außerdem konnte sie uns helfen, solange sie unentdeckt blieb.
Ich hatte jegliches Zeitgefühl längst verloren. Irgendwann veränderte sich die Luft und die Hitze des Tages verschwand, wich einer feuchten, modrigen Kühle, die sich unangenehm auf meine Haut legte.
Noch einmal stieß mir jemand in den Rücken und ich taumelte vorwärts, krachte gegen Caspian. Zumindest glaubte ich das, weil mir sein vertrauter Geruch selbst durch den Sack in die Nase stieg. Ich atmete noch einmal tief ein und presste mein Gesicht an seine Schulter.
»Alles okay?«, flüsterte ich.
Er kam nicht zu einer Antwort, denn die Säcke wurden von unseren Köpfen gerissen. Pearl verbarg sich an meinem Rücken unter meinem langen Haar, dennoch drehte ich mich schnell um, damit niemand sie bemerkte. Ich drängte mich enger an Caspian. Sollten diese Kerle doch denken, dass ich Angst hatte. Es war besser, unterschätzt zu werden. So hatte diese Aufmachung doch einen Vorteil: Für die Banditen war ich vermutlich nichts weiter als eine harmlose Edeldame. Die würden sich wundern.
Verstohlen sah ich mich um. Scheinbar hielten wir uns in einem Keller auf. Die Wände waren aus Stein gemauert, die Decke wirkte wie aus Erde geformt. Fünf Männer bauten sich vor uns auf, allesamt in schäbiger, teilweise zerrissener und dreckiger Kleidung und mit Mienen so finster, dass eine sternenlose Nacht dagegen hell wirkte. Einer von ihnen trat vor.
»So sieht man sich wieder, Caspian«, sagte der stämmige Mann mit der wulstigen Nase und den aufgedunsenen Wangen. Er trug einen schwarzen Gehrock, der viel zu eng und an einigen Stellen geflickt worden war. An seiner Hüfte baumelte ein Schwert – und meine Armbrust. Mistkerl. »Bist du immer so unvorsichtig, wenn du mit hübschen Damen unterwegs bist?«, fuhr der Mann gehässig fort. »Oder hast du gedacht, in Sculla bist du sicher vor meinem Zorn, nachdem du mich hier um mein Gold gebracht hast?«
Caspian schnaubte. »Ich war mir sicher, du würdest in einem der Gefängnisse hier verrotten für das, was du vorhattest, Crook.«
»Immer noch der von falscher Moral gebeutelte Caspian, was?« Crook spuckte auf den Boden vor meine Schuhspitzen. »Nur weil du dir für Menschenhandel zu schade bist, heißt das nicht, dass es verwerflich ist. Und die Frauen aus Sculla sind in den anderen Reichen sehr begehrt in den Freudenhäusern der Städte.«
Wut kochte in mir hoch. »Es gibt Gesetze«, fauchte ich. »Niemand darf gegen seinen Willen in ein Freudenhaus gezwungen werden.«
Die meisten Reiche hatten ihre eigenen Regeln, aber bei einigen Dingen hatten sie ein gemeinsames Abkommen geschlossen. Um eben Menschenhandel zu unterbinden, war es Betreibern von Freudenhäusern verboten, Frauen und Männer zu zwingen, diesem Geschäft nachzugehen. Sie mussten es freiwillig tun. So wollte man vermeiden, dass Ehemänner ihre Frauen verkauften, wenn sie Geld brauchten.
Crook kam näher und sein Gestank nach Alkohol und Eiter ließ mich würgen. Seine Augen waren blutunterlaufen und gelb, vermutlich litt er an irgendeiner Krankheit. Angewidert wich ich zurück, was ihm ein Grinsen entlockte, bei dem er seine fauligen Zähne entblößte.
»Ekelst du dich vor mir, Mädchen?«, fragte er und packte mein Kinn. »Vielleicht sollte ich dir zeigen, wie man Frauen dazu bringt, freiwillig die Verträge in Freudenhäusern zu unterschreiben, damit ich mein Geld für sie bekomme. Was denkst du? Zwei Nächte mit mir und meiner Mannschaft und du bettelst mich an, dich zu verkaufen.«
»Lass sie los«, knurrte Caspian.
»Bedeutet sie dir etwas?« Crook riss meinen Kopf herum, sodass ich Caspian ansehen musste. »Wieso hast du sie dann kaum mit Schmuck ausgestattet, anders als die letzte Schlampe, mit der du durch Sculla gelaufen bist?«
Ich versuchte, meinen Atem ruhig zu halten. Caspian bedeutete mir nichts, es konnte mir also egal sein, mit wie vielen Frauen er bereits in Sculla unterwegs war, wem er schon Waffen oder Schmuck gekauft hatte und warum. Rosabaya mochte denken, dass es etwas bedeutete, wenn Caspian mir eine Waffe schenkte. Aber wir beide wussten, dass er lediglich eine Wette verloren hatte. Wieso also störte mich die Vorstellung, dass er irgendwann einmal mit einer anderen hier gewesen sein könnte, so sehr?
»Sussura braucht kein Geschmeide, um bezaubernd auszusehen«, antwortete er. »Und ich warne dich ein einziges Mal: Krümm ihr ein Haar und ich schwöre dir, du wirst dir wünschen, mir nie begegnet zu sein.«
Crook lachte und sein fauliger Gestank drängte sich mir schwallartig auf, hüllte mich ein wie ein modriger Mantel, der mich eng umschlungen hielt.
»Du bist nicht in der Lage, mir zu drohen«, meinte er gefährlich leise an Caspian gewandt. »Wenn ich sie mir nehme, kannst du nichts tun. Vielleicht sollte ich es hier, vor dir machen? Was sagst du, Caspian?«
»Dass du ein toter Mann bist, Crook«, fauchte Caspian.
Crook lachte und gab damit einen weiteren Blick auf seine ekelhaften Zähne preis. Ehe er etwas sagen konnte, kam ein weiterer Mann keuchend in das Kellergewölbe.
»Boss, die Stadtwachen sind hier, sie wollen das Gebäude durchsuchen«, sagte er mit bebender Stimme. »Einer der Nachbarn hat uns wohl gesehen und verpfiffen.«
»Ratten, allesamt«, knurrte Crook und ließ mich endlich los. »Versiegelt die Wand zu diesem Raum. Niemand soll unsere Gäste hören oder sehen. Schließlich wollen wir für Caspian ein ordentliches Lösegeld, bevor wir ihm die Kehle durchschneiden. Und für die Kleine bekommen wir sicher einen schönen Preis in einem Bordell. Also darf niemand sie entdecken.«
Ich wollte aufatmen, weil er uns hierlassen würde. Dank Pearl würden wir unsere Fesseln ablegen und kampfbereit machen können, bis diese Gauner zurückkehrten. Doch da schnippte Crook und zwei seiner Männer kamen auf uns zu. Einer packte Caspian, der andere mich. Sie schleppten uns zu der Wand, drängten uns dagegen und zerrten unsere Arme hoch.
Als der Mann, der mich hielt, meine Fesseln löste und dabei mein Armband entdeckte, grinste er und riss es ab. Ein Gefühl wie ein Eimer kaltes Wasser auf meiner Haut breitete sich in mir aus und ich wusste, dass sich die Illusion auflöste, noch ehe ich die Reaktion des Kerls sah.
»Taryna!«, rief er mit einer Mischung aus Panik und Freude. »Boss, sie ist eine Taryna!«
Crook betrachtete mich wie ein hässliches Insekt und wischte sich die Hand, mit der er mein Kinn umfasst hatte, an seinem Gehrock ab. »Mit so etwas gibst du dich also ab, Caspian?«, fragte er angewidert. »Na, du musst ja wissen, wer dafür verantwortlich ist, dass dir die Eier abfaulen. Dann wird es wohl doch kein Freudenhaus, an das ich dich verkaufe, Mädchen, sondern der Meistbietende in Nyxor oder Lovril. Soll mir recht sein, macht mir weniger Arbeit.«
»Du bist ein dreckiger Scheißkerl!«, fuhr ich ihn an.
»Komplimente helfen dir nicht, meine Beste.« Crook grunzte. »Kettet sie an, beeilt euch, ich muss die Stadtwachen beruhigen.«
Damit verließ er das Gewölbe. Caspian und ich wehrten uns, doch als die drei anderen Männer den anderen zu Hilfe kamen, hatten wir keine Chance. Die Manschetten um unsere Handgelenke klickten und die Arme wurden mit Ketten über unsere Köpfe gezogen.
Lachend ließen uns die Kerle zurück, schlossen die Tür und verriegelten sie. Etwas knirschte und ich war sicher, dass sie irgendeine Wand verschoben hatten, um diesen Raum zu verbergen. Als das Geräusch verstummte, kroch Pearl unter meinen Haaren hervor.
»Alles okay?«, fragte ich ängstlich. Vorhin, als der Kerl mich gegen die Wand gedrängt hatte, war sie sicher eingequetscht worden.
»Ich habe einen harten Schädel«, murmelte sie und zog an dem kaum erkennbaren Faden um meinen Hals. Die zwei Dietriche daran klirrten leise, als Pearl sie hochhob und sich daran machte, die Ketten zu bearbeiten.
»Meinst du, du kannst der Flüsterin die Dietriche geben und stattdessen die anderen informieren?«, fragte Caspian. »Ich konnte die Signalillusion nicht auslösen, als wir gefangen genommen wurden. Wir werden Hilfe brauchen.«
Pearl hielt inne und sah mich fragend an.
»Gib mir den Dietrich«, bat ich sie. »Ich versuche, mich zu befreien, während du einen Weg hinaus suchst.«
»Das ist nicht schwer, da oben ist eine kleine Öffnung für die Belüftung«, meinte Pearl. »Da passe ich durch und komme sicher irgendwo raus. Aber wie finde ich die Piraten?«
»In meiner Hosentasche ist eine Phiole mit der Illusionsmagie, die das Signal auslöst«, sagte Caspian. »Nimm sie und schleudere sie ein Stück von diesem Haus entfernt auf den Boden. Dann wird die Crew zu dir kommen.«
»Das bekomme ich hin.« Pearl schluckte. »Haltet ihr so lange durch? Diese Kerle sind … ekelhaft.«
»Das ist noch schmeichelhaft ausgedrückt«, erwiderte Caspian abfällig. »Crook ist der schlimmste aller Piraten auf den Fünf Meeren. Ich dachte eigentlich, er würde für immer in einem Gefängnis schmoren, aber offensichtlich hat er geschafft, zusammen mit einigen seiner Leuten zu fliehen. Tut mir leid, dass ich nicht achtsamer war.«
Geräuschvoll atmete Pearl aus und schob mir den Dietrich in die Hand. »Jetzt ist es passiert. Ich beeile mich, damit sie euch nichts antun.«
Pearl schwebte zu Caspian, tastete die Hose ab und holte eine Phiole heraus, ähnlich wie die, in der ich die gestohlenen Erinnerungen aufbewahrte. Als Caspian zur Bestätigung nickte, presste Pearl sie an sich und flog zur Decke. Ich hätte das Belüftungsloch nie bemerkt, aber Pearl musste den Zug gespürt haben. Zielstrebig flog sie auf eine Stelle zu und verschwand in der Decke. Einen Moment sah ich ihr noch nach, dann begann ich, mit dem Dietrich an den Manschetten entlangzugleiten, bis ich das Schlüsselloch fand. Ich musste mir halb die Schulter ausrenken, um in dem Schloss herumzustochern.
»Es tut mir wirklich leid«, meinte Caspian nach einer gefühlten Ewigkeit. »Meinetwegen bist du enttarnt worden und sitzt hier fest.«
»Du klingst, als würdest du bezweifeln, dass deine Leute uns retten«, ächzte ich. »Ich dachte, ihr seid wie eine Familie und lasst einander nicht im Stich.«
»Tun wir auch nicht, aber für den Fall, dass Pearl keinen Ausgang findet …«
»Pearl findet immer einen Ausgang. Wo ist dein Optimismus hin, Pirat?«
»Ich will dir damit sagen, dass ich dich nie in eine solche Lage bringen wollte. Das ist alles.«
Ich schwieg, konzentrierte mich auf das widerspenstige Schloss. Die Worte des Geistes, dass Caspian absichtlich verloren hatte, spukten mir durch den Kopf.
»Sei ehrlich zu mir«, murmelte ich. »Hast du absichtlich daneben geschossen gestern?«
»Ich sagte schon …«
»Sei ehrlich«, ermahnte ich ihn und sah ihn streng an.
Gedehnt atmete er ein. »Ja, ich habe absichtlich daneben geschossen.«
»Wieso?«
»Aus demselben Grund, wieso ich dich als Sussura vorgestellt habe – was in Nyxonisch übrigens flüstern heißt. Du warst nicht bereit, mir oder irgendjemandem deinen wahren Namen zu verraten; und ich wollte dich nicht dazu drängen, nur weil ich besser schießen kann als du.«
»Pff«, machte ich und sah wieder zu den Manschetten über meinem Kopf. »Du kannst nur besser auf einem Schiff schießen. An Land schlage ich dich mit geschlossenen Augen.«
Caspians leises Lachen erzeugte wieder dieses Kribbeln in meiner Brust. Wieso musste ich so auf ihn reagieren?
»Große Worte, werte Flüsterin«, sagte er belustigt. »Wir können gerne herausfinden, ob sie wahr sind.«
»Sobald wir hier raus sind«, erwiderte ich und fügte leise hinzu: »Ich heiße übrigens Nektaria.«
»Was?«, wisperte Caspian.
Ich seufzte. »Nektaria. Ich heiße Nektaria.«
»Ein bezaubernder Name. Aber wieso verrätst du ihn mir jetzt? Denkst du, wir würden hier sterben?«
»Weil ich beim letzten Mal, als ich das gedacht habe, meinte, ich würde Teil deiner Crew werden, wenn wir es überleben?« Herausfordernd sah ich ihn an. »Das hast du nicht vergessen, oder? Du hast es mitbekommen und mich auch hier einfach davonkommen lassen.«
Einen Moment hielt er meinem Blick stand, dann senkte er die Lider. »Es mag dir seltsam erscheinen, weil ich ein Pirat bin, aber ja: Ich habe so etwas wie Anstand. Und ich weiß, dass du das in dem Moment gesagt hast, weil du dachtest, wir würden sterben. Dinge, die in solchen Situationen gesagt werden, führen oft zu Reue. Ich will aber, dass du aus freien Stücken bei uns bleibst, nicht weil du glaubst, mir etwas zu schulden.«
»Weißt du, ich könnte mich an den Gedanken gewöhnen, an Bord zu bleiben«, brummte ich. »Die Crew ist nett, der Captain anständig, die Verpflegung gut. Ich habe einen Sturm überlebt und bin zweimal ins Wasser gefallen – ohne, dass etwas Schreckliches passiert ist, wie ich es immer gedacht habe.«
Caspian grunzte belustigt. »Beim ersten Mal wollte ein Krake dich ertränken und beim zweiten Mal ein magischer Sturm. Davon ist nichts schrecklich?«
»Na ja, das waren die Auslöser, die mich ins Wasser befördert haben«, hielt ich dagegen. »Aber das hindert mich nicht daran, ein Teil deiner Mannschaft zu werden.«
»Was dann?«
Ich hielt den Atem an. »Dass ich nicht begreife, wieso du eine Erinnerung von König Byron stehlen und uns alle einer tödlichen Gefahr aussetzen willst.«
Schweigend beobachtete Caspian mich, wie ich immer noch mit dem Schloss kämpfte. Ich befürchtete schon, er würde nichts mehr sagen, da räusperte er sich.
»Dass der König einen Krieg plant, habe ich dir schon erzählt«, meinte er.
»Den du verhindern willst. Woher auch immer du von den Plänen weißt, in den Straßen Varuns wurde bisher nicht darüber geredet – und das bedeutet, dass es noch sehr geheim sein muss oder eben nicht stimmt.«
»Glaub mir, es stimmt, ich habe meine Quellen.« Er räusperte sich noch einmal. »Das ist aber nur ein Grund von vielen. Ein anderer ist, dass ich meiner Mutter einst geschworen habe, den König unschädlich zu machen.«
Caspians Stimme klang mit einem Mal belegt.
Ich schluckte. »Was ist mit deiner Mutter passiert?«
»Der König hat sie wegen Hochverrats hinrichten lassen«, flüsterte er. »Ich habe versucht, sie zu befreien, aber ich war … ich war ein Kind und konnte nichts tun.«
Das Schloss klickte und meine Hände waren frei. Mit dem Dietrich in der Hand schritt ich auf Caspian zu, berührte seine Wange sanft mit meinen Fingerspitzen.
»Es tut mir leid für dich«, raunte ich.
Seine Augen, die sonst voller Schalk und Lebensfreude waren, wirkten nun stumpf und traurig. Ihn so zu sehen, ließ meine Brust eng werden.
»Ich weiß, dass es gefährlich ist, Nektaria«, sagte Caspian leise. »Aber der König hat schon zu viel angerichtet. Mit dieser Erinnerung schaffe ich es vielleicht, Lovril sowie all seine Bewohner vor seinen Gräueltaten zu beschützen. Und den letzten Wunsch meiner Mutter zu erfüllen.«
Meine Kehle brannte vor ungeweinten Tränen. Ich erinnerte mich nicht an meine Mutter, nur an diese Stimme, die ich in meiner Erinnerung gehört hatte. Aber bei dem Gedanken an sie wurde mein Herz schwer. Caspian hatte seiner etwas vor ihrem Tod versprochen. War es töricht, wegen diesem Mitgefühl, das ich für ihn empfand, ein waghalsiges Unterfangen zu planen?
»Wenn wir hier rauskommen«, murmelte ich und hob den Dietrich an Caspians Handschellen, »reden wir darüber, was es genau bedeutet, Teil deiner Crew zu werden. Und dann überlegen wir, ob wir wirklich in das Schloss des Königs einbrechen wollen – und wenn ja, wie wir lebend wieder rauskommen.«
Ein Schmunzeln zupfte an seinen Lippen, die ich gebannt anstarrte. Caspian war mir so nah, sein Duft nach Meer und Holz hüllte mich ein, verdrängte den Gestank des Kellers. Ich hätte mich nur nach vorn beugen müssen, um ihn zu küssen. Es war alles, was ich in dem Moment wollte - und alles, was ich nicht tun durfte.
Räuspernd sah ich auf. Mein Herz stolperte, weil Caspian mich mit derselben Sehnsucht ansah, die in mir tobte. Das war trotzdem eine miserable Idee.
Also stocherte ich im Schloss herum.
»Wirst du dich diesmal daran erinnern, dass ich gesagt habe, ich will Teil deiner Mannschaft werden?«, fragte ich heiser.
Es dauerte ewig, bis Caspian einatmete und beim Ausatmen nur ein Wort hervorbrachte: »Aye.«