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Readers Treasury

Kapitel 30: Kapitel Dreißig - Secrets of the Sea - Erinnerungsdiebin

By B.E. Pfeiffer

Es gelang Maya, mit Caspian zu tanzen. Was die beiden besprachen, wusste ich nicht. Caspians Miene war angespannt und so finster, wie ich sie noch nie gesehen hatte. Während ich die beiden beobachtete, schaute er kein einziges Mal zu mir. Darüber war ich froh, denn ich schwankte in meinem Entschluss, der Aufforderung des Königs Folge zu leisten, immer mehr, je länger der Abend dauerte.

Alek blieb die ganze Zeit an meiner Seite, versorgte mich mit Getränken ohne Alkohol – was auf dem Ball wohl eine echte Herausforderung zu sein schien. Die meisten Gäste waren nämlich bereits wenige Stunden nach Beginn vollkommen betrunken. Leider schien der König aber ebenso auf Alkohol zu verzichten wie ich. Er saß die ganze Zeit auf seinem Thron, unterhielt sich ab und an mit einem Mann, der ebenfalls eine Krone trug und den ich für den König von Nyxor hielt. Prinzessin Calliste verließ die Feier lange vor ihrem Vater und dem König.

Als Byron fort war, sah ich mich nach Caspian um, doch der war ebenfalls verschwunden. Ehe ich darüber nachdenken konnte, was das bedeutete, erschien ein Bediensteter in einer blütenweißen Uniform mit dem Emblem des Königs: einer Seeschlange, die von einem Speer durchbohrt wurde.

Mit gerümpfter Nase betrachtete mich der Mann, würdigte Alek keines Blickes und bedeutete mir, ihm zu folgen. Meine Sorge musste ich nicht spielen, als ich Aleks Hand noch einmal drückte und ihn ansah. Er erwiderte den Druck und schenkte mir ein unscheinbares aufmunterndes Lächeln, dann gab er mich frei.

Hastig ging ich dem Bediensteten nach, der nicht auf mich gewartet hatte. Als ich zu ihm aufgeschlossen hatte, räusperte er sich.

»Der König wird Euch freigeben, wenn er mit Euch fertig ist«, sagte der Mann emotionslos. »Verlasst die Gemächer, sobald Ihr angezogen seid und die Belohnung erhalten habt. Vor der Tür wird Euch ein Wächter erwarten, der Euch aus dem Schloss bringt. Noch Fragen?«

Ja, wie kannst du das mit deinem Gewissen vereinbaren?, dachte ich, schüttelte jedoch nur den Kopf.

Was sollte dieser Bedienstete schon tun? Mitleid mit einer Frau wie mir empfinden, weil der König sie zu sich befahl? Ich wollte nicht wissen, was er mit seinen Dienstboten tat, wenn sie seine Befehle verweigerten.

Die Geräusche des Balls rückten in den Hintergrund, stattdessen schlug mein Herz so laut, dass ich sicher war, der Bedienstete würde es hören. Pearls Gewicht an meinem Handgelenk beruhigte mich, dennoch sah ich mich verstohlen um.

Auch hier schimmerten die Wände wie blaues und grünes Perlmutt. Goldene Kerzenhalter an den Mauern ließen den Gang beinah warm und einladend wirken. An jedem zweiten deckenhohen Fenster stand ein Wachmann, eine Hellebarde in der Hand, und blickte starr nach vorn. Als wir vorbeigingen, regte sich keiner der Wächter. Ich fragte mich, ob sie erstarrt waren, da räusperte sich einer leise, ohne sich jedoch zu rühren.

In diesem Teil des Schlosses gab es nur wenige Türen, vermutlich weil sie zu gewaltigen Zimmerfluchten führten. Als ich eine der cremeweißen Türen mit der goldenen Dekoration in Form von Muscheln und Seesternen betrachtete, verschwamm meine Sicht. Einen Moment wurde mir schwindelig und ein Bild flackerte vor meinen Augen auf. Es war so flüchtig und schnell wieder verschwunden, dass ich es nicht erkennen konnte.

Blinzelnd betrachtete ich die Tür. Was war das gerade eben gewesen?

Das gereizte Räuspern des Bediensteten hinderte mich daran, noch weiter darüber nachzudenken. Ich musste zum König, meinen Plan umsetzen und dafür sorgen, dass Caspian frei sein würde. Dieser Gedanke verlieh mir die Kraft, alles zu überstehen.

Doch als der Dienstbote vor einer Doppeltür stehen blieb, überkam mich erneut ein mulmiges Gefühl. So gut ich konnte, schüttelte ich es ab. Ich durfte weder zweifeln noch Angst haben. Pearl war bei mir, ich war eine gut ausgebildete Kämpferin mit zwei Dolchen und einer Rauchbombe. Niemand hatte mich danach durchsucht, denn vermutlich dachte der König, er wäre einer schwachen Frau in jedem Fall überlegen. Mayas Illusionsmagie verhüllte mein wahres Aussehen, solange ich die Halskette mit ihrem Zauber trug. Es würde nichts schiefgehen.

Als der Diener klopfte und die Tür anschließend öffnete, hielt ich den Atem an und hoffte, mein Herz würde mir nicht aus der Brust springen. So sicher, wie ich mich vor den Piraten gegeben hatte, war ich mir nicht. Aber ich blieb dabei: Das war unsere beste Chance, diese Mission ohne Schwierigkeiten zu überstehen.

Mit einer Handbewegung gebot mir der Bedienstete, einzutreten. Also hob ich den Kopf und schritt an dem Mann vorbei. Kaum befand ich mich in dem Vorraum der Gemächer, fiel die Tür hinter mir zu und ich blieb stehen.

Kälte überzog meine Haut. Nur eine einzige Kerze brannte auf einem Tisch mitten im Raum, von dem mehrere Türen in andere Räumlichkeiten führten. Sie alle standen offen und waren dunkel. Ich wusste nicht, welche ich wählen sollte. War der König überhaupt schon hier?

Angespannt lauschte ich, konnte jedoch nichts hören. Also hob ich den Beutel und öffnete ihn. Pearl schwebte heraus, sah sich suchend um, ehe sie zu mir schaute.

»Schweb an die Decke, er darf dich nicht sehen«, wisperte ich, so leise ich konnte.

Pearl nickte und tat, worum ich sie gebeten hatte. Vielleicht konnten wir Byron so überraschen. Wenn er kam, um mich zu holen, würde Pearl den Zauber weben, durch den er einschlief. Dann war der Rest ein Kinderspiel.

Als Schritte erklangen, tastete ich nach den Dolchen unter meinem Kleid. Dank des Beinschlitzes konnte ich sie schnell ziehen, wenn es sein musste. So würde ich mich in jedem Fall verteidigen können.

Aus dem Raum links von mir kroch ein Lichtschein, gleich darauf trat Byron aus der Tür. Immer noch trug er die goldene Kleidung, die Krone hatte er aber zumindest abgelegt. Sein gieriger Blick glitt über meinen Körper, während er näher kam.

»Du siehst noch köstlicher aus als auf dem Ball«, sagte er mit kehliger Stimme.

Er stellte die Kerze auf dem Tisch neben mir ab, schlang einen Arm um mich und zog mich grob an sich. Ein zufriedenes Lächeln erschien auf seinen Lippen.

»Hast du Angst?«, fragte er voller Genugtuung. »Bisher hat sich noch keine Frau über meine Fähigkeiten als Liebhaber beschwert.«

Ich verbiss mir einen Kommentar dazu. Natürlich hatte sich keine beschwert, es hätte sie ja auch ihr Leben gekostet.

»Willst du still sein?« Er lachte. »Schön, dann sehen wir doch mal, ob wir dir einen Laut entlocken können.«

Er packte meine Taille noch fester und presste seine Lippen an meinen Hals. Statt ihn zu küssen, biss er hinein. Ich keuchte, vergrub die Finger in seinen Haaren und versuchte, seinen Kopf wegzuziehen. Byron war stärker, als ich erwartet hatte.

»Schrei, kleines Lamm«, knurrte er an meiner Haut. »Schrei um Hilfe, das macht es viel interessanter.«

Mir wurde übel.

Noch einmal biss er zu, doch ich presste die Lippen fest zusammen und sah zur Decke. Pearl schwebte näher, schimmerte bereits violett von ihrer Magie, die wie Staub auf den König herabfiel.

Gleich würde er in sich zusammensacken. Gleich wäre ich ihn los. Gleich …

Byron riss den Kopf hoch und schlug um sich. Zielsicher erwischte er Pearl, die ein herzzerreißendes Quieken von sich gab und mit dem Rücken gegen die Wand klatschte. Ächzend rutschte sie daran herab.

»Pearl!«, rief ich und wollte zu ihr.

Da packte Byron mein Handgelenk und drehte mich zu sich herum.

Wieso hatte der Schlafzauber nicht gewirkt? Jeder gewöhnliche Mensch wäre längst tief im Reich der Träume versunken.

»Du hast also einen Familiar«, fauchte er. »Dann war das die Magie, die ich an dir gespürt habe. Zu schade, ich dachte, du bist eine Taryna.« Ein grausames Lächeln erschien auf seinen Lippen. »Also kann ich doch die Nacht damit zubringen, deinen Körper zu besitzen.«

Er griff nach dem Mieder meines Kleides und riss daran. Nichts tat sich und Byron fletschte die Zähne, umschloss den Stoff fester und zerrte erneut daran.

Ich griff unter den Rock, zog beide Dolche und holte aus. Fluchend wehrte Byron meinen ersten Angriff ab und schrie zornig auf, als mein zweiter Dolch seinen Arm aufschlitzte.

»Miststück!«, fuhr er mich an.

Noch während ich erneut ausholte, packte der König meinen Hals und drückte zu. Ich japste nach Luft. Seine Bewegungen waren so viel schneller als die eines Mannes seines Alters, selbst wenn er ein geübter Kämpfer wäre.

Ich hob die Hände, versuchte, ihn mit den Klingen zu treffen. Schmerz brandete in meinen Fingern auf und im nächsten Moment fielen die Dolche zu Boden. Wie Byron sie mir aus den Händen geschlagen hatte, hatte ich nicht einmal gesehen. Auch nicht, wie er mich so schnell gegen eine Wand gedrängt hatte.

Seine Hand presste er gegen meinen Kehlkopf, drückte mir die Luft ab. Ich trat um mich, traf den König jedoch nicht, sondern blickte nur verzweifelt in sein hämisches Grinsen.

»Wenn du jetzt artig bist, lasse ich dich leben, du kleine …«

Seine Worte gingen in einem Schrei unter. Pearl hatte sich in seiner Schulter verbissen. Der König zog die Hand von meinem Hals, um nach Pearl zu schlagen. Dabei riss er mir die Kette ab und die Illusion brach.

Byrons Augen weiteten sich, während das Schwarz von meinen Haaren abfiel und das Türkis, Rosa und Lila zum Vorschein traten. Erst dachte ich, der König wäre angewidert von dem Anblick, doch er lachte.

»Was habe ich für ein Glück!«, rief er, pflückte Pearl von seiner Schulter und schleuderte sie von sich wie ein Stück Müll.

Regungslos blieb sie auf dem Boden liegen.

»Pearl!«, keuchte ich und wollte zu ihr.

Doch Byron packte meine Handgelenke, schob mich zur Wand zurück und presste meine Arme dagegen. Mit gierigem Blick sah er mich an.

»Dann hat mein Sohn mir doch einen Dienst erwiesen, indem er dich erwählt hat«, sagte Byron. »Sonst wärst du mir vielleicht gar nicht aufgefallen. Aber die Totengötter müssen mir gewogen sein, kleine Taryna. Denn dich suche ich seit bald zehn Jahreszyklen, um durch dich meinen Pakt mit dem Meerwesen zu beenden.«

»Was meint Ihr?«, wisperte ich.

Byron schob meine Arme über dem Kopf zusammen, packte beide Handgelenke mit einer Hand und berührte meine Wange beinah zärtlich.

»Du bist die Taryna, die mir die Freiheit bringen wird«, säuselte er.

»Wenn Ihr mich töten wollt …«

Byron schnalzte mit der Zunge. »Töten? Nicht doch. Mit dir habe ich etwas anderes vor. Dich werde ich …«

Statt weiterzusprechen, stöhnte er auf, verdrehte die Augen und sackte in sich zusammen. Um Atem ringend blickte ich vom König zu meinen Füßen hoch zu jenem Mann, der mir das Leben gerettet hatte.

»Caspian«, brachte ich heiser heraus.

Er ließ den Kerzenhalter fallen, mit dem er seinen Vater niedergeschlagen hatte, zog mich an sich und hüllte mich in seine Wärme und seinen Duft ein. Schluchzend schmiegte ich mich einen Herzschlag an ihn. Dann brachte ich Abstand zwischen uns und hechtete zu Pearl. Flatternd öffnete sie die Lider, als ich sie behutsam hochhob und über ihren Kopf streichelte.

»Nektaria«, hauchte sie.

»Es ist alles gut. Wir sind sicher«, redete ich beruhigend auf sie ein und wandte mich zu dem Prinzen um. »Dank Caspian.«

Seine Miene war unerwartet finster. »Wie konntest du so leichtsinnig sein?«, fuhr er mich an. »Du wolltest dich diesem Kerl allein stellen? Ohne zu wissen, über welche Fähigkeiten er verfügt? Pearls Magie hat bei ihm nicht gewirkt.«

»Wusstest du, dass er dagegen immun sein würde?«, fragte ich gereizt.

»Denkst du, dann hätte ich zugelassen, dass du auch nur in seine Nähe gelangst?« Frustriert schnaubend fuhr er sich durch die Haare. »Wenn ich geahnt hätte, dass er dich aussuchen wird, nur, weil ich mit dir tanze … Bei den Totengöttern, was habe ich getan?«

»Uns eine einmalige Möglichkeit verschafft«, sagte ich versöhnlich und ging zu Caspian. »Sofern meine Magie bei ihm wirkt, kann ich seine Erinnerung stehlen und dir alles darüber erzählen.«

Ich biss mir auf die Unterlippe, weil ich nicht wusste, was Caspian alles gehört hatte. Wusste er, dass ich die Taryna war, die sein Vater um jeden Preis finden wollte?

»Caspian … was hast du gehört, bevor du deinen Vater angegriffen hast?«

»Nichts«, knurrte Caspian. »Ich bin durch einen Geheimgang in diese Gemächer gelangt. Als ich gesehen habe, wie er dich gegen die Wand gedrängt hat, sind in meinem Kopf kurz die Lichter ausgegangen. Ich wollte dich nur von ihm befreien und alles andere ist im Rauschen in meinen Ohren versunken.«

»Caspian«, raunte ich.

Das war nicht der richtige Zeitpunkt, um Zärtlichkeiten auszutauschen, doch Caspian sah so verloren aus, wie ich mich mein Leben lang gefühlt hatte. Also legte ich meine Hand in seinen Nacken und zog ihn in einen sanften Kuss. Ich spürte, wie die Anspannung aus Caspians Körper wich.

Obwohl ich ewig hier stehen und ihn küssen wollte, beendete ich den Kuss. Wenn wir die Erinnerung hatten, konnten wir fliehen und uns unsere Zuneigung zeigen. Dann würden wir sicher die Zeit dafür finden.

Seufzend brachte Caspian Abstand zwischen uns, sah mich mit einer Sanftheit an, die meine Knie weich werden ließ. Als er sich einem Vater zuwandte, war davon jedoch nichts mehr zu erkennen. Zorn und Abscheu spiegelten sich in seiner harten Miene.

»Du musst keine Rücksicht auf ihn nehmen«, sagte Caspian eiskalt. »Meinetwegen kannst du ihm alle Erinnerungen entreißen.«

»Du weißt, was dann aus ihm wird?«, fragte ich atemlos.

Es gab Legenden über Taryna, die Menschen all ihre Erinnerungen gestohlen hatten. Diese bedauernswerten Personen waren dann nichts mehr als sabbernde Hüllen, unfähig, zu sprechen, nur noch imstande, zu atmen. Wenn man sich nicht um sie kümmerte, starben sie rasch, weil sie nicht mehr aßen oder tranken. Das war grausam und es schockierte mich, dass Caspian bereit war, einem anderen so etwas anzutun.

»Willst du mir sagen, er verdient es nicht?«, schoss Caspian zurück.

Behutsam legte ich die Hände an seine Wangen. »Du bist anders als er«, raunte ich.

Die Härte in seinen Augen weichte auf, ließ mich wieder den Caspian erkennen, der mein Herz gestohlen hatte.

»Ich wollte nur sagen, dass du nicht rücksichtsvoll sein musst«, meinte er. »Wenn du mehr stehlen musst, um alle Informationen zu bekommen, tu es.«

Zögerlich nickte ich und ließ Caspian los. Ich reichte ihm Pearl, dann sank ich in die Hocke.

Byron lag mit zur Seite geneigtem Kopf auf dem Rücken. Er atmete tief und gleichmäßig. Als ich seine Schläfen berührte, spürte ich warmes, klebriges Blut auf meinen Fingerspitzen. Ob er sich die Wunde beim Sturz zugezogen oder Caspian ihn dort getroffen hatte, wusste ich nicht. Es war aber auch egal. Er würde die Verletzung überleben und irgendwann das Bewusstsein wiedererlangen. Dann sollten wir weit weg sein.

Meine Fingerspitzen glühten rosa, als ich meine Magie rief. Doch statt eines Sogs spürte ich nun … nichts. Meine Kräfte erloschen, ehe ich auch nur in die Gedanken des Königs eingedrungen war.

Blinzelnd betrachtete ich Byron. Blockierte er meine Magie?

Ich atmete durch, hob die Hände erneut an seine Schläfen und wob den Zauber. Auch diesmal erlosch die Magie, noch bevor ich etwas sehen konnte.

»Was ist los?«, fragte Caspian.

Geräuschvoll schluckte ich. Statt zu antworten versuchte ich noch einmal, in Byrons Gedanken einzudringen. Ohne Erfolg.

»Meine Magie wirkt nicht bei ihm«, antwortete ich. »Ich komme nicht in seine Erinnerungen.«

Caspian hielt meinem Blick stand und sog die Luft ein. Eine gefühlte Ewigkeit standen wir einfach nur da und sahen uns an.

In meinem Kopf ratterte es. Ich konnte Byrons Erinnerung nicht stehlen. Was sollten wir jetzt tun? Er hatte zwar etwas davon gesagt, ich sei die Taryna, die ihn befreien würde, aber woher er diese Information hatte, war mir nicht klar. Was wusste Byron, das ich nicht wusste?

»Caspian«, raunte ich. »Dein Vater hat gesagt, ich sei …«

»Nektaria?«, erklang eine brummende, kratzige Stimme.

Ich fuhr herum und hielt den Atem an. Aus der Wand neben mir glomm blaues Geisterlicht und ein Kopf erschien direkt vor meinem Gesicht. Keuchend wich ich zurück und starrte den Geist an.

Seine Haare standen in alle Richtungen ab, eine tiefe, scheinbar frische Narbe prangte auf seiner Wange. Seine Augen waren blass und leer, sein Blick genau auf mich gerichtet.

»Nektaria«, wiederholte er und lächelte gequält. »Du bist es wirklich.«

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