Kapitel 7: Kapitel Sieben - Secrets of the Sea - Erinnerungsdiebin
By B.E. Pfeiffer
Je näher wir dem weißen Schiff kamen, desto mehr nahm ich die Kälte wahr, die unter die Decke kroch und mich frösteln ließ. Ich redete mir ein, nur wegen der eiskalten Luft zu zittern, nicht wegen meiner kreisenden Gedanken, was jetzt geschehen würde. Das tat ich definitiv nicht. Zumindest nicht die ganze Zeit. Zwischendurch fragte ich mich, wie Caspian, der genauso klatschnass wie ich war, dicht neben mir sitzen und eine so angenehme Wärme ausstrahlen konnte.
Gedanklich verpasste ich mir dann eine Ohrfeige und überlegte, wie ich im Notfall sofort fliehen konnte. Schwimmen war unmöglich, ein Boot stehlen würde zu lange dauern und auffallen. Abgesehen davon war ich ziemlich sicher, dass ich nicht schnell genug würde rudern können, um den Piraten zu entkommen. Der Brummbär von einem Mann, der uns durch das ruhige Meer ruderte, sah nämlich aus, als könnte er Steine mit bloßen Händen zerbrechen.
Es lag mir nicht, ohne mindestens zwei Fluchtpläne einen Verhandlungsort zu betreten. Das fachte die Nervosität in mir an wie Funken auf trockenen Holzspänen.
Als das Beiboot gegen die Schiffswand stieß, wartete ich darauf, dass eine Strickleiter zu uns heruntergelassen wurde. Stattdessen pfiff der Hüne an den Rudern einmal durch seine Zahnlücke und Seile fielen von der Reling. Mit wenigen Handgriffen befestigten die Taryna und der Matrose diese am Boot und gleich darauf wurde es ruckartig hochgezogen.
Panisch klammerte ich mich an der Bootswand fest und starrte nach oben. Caspian lehnte sich näher an mich, bis ich seinen warmen Atem auf meiner Haut spürte.
»Keine Sorge, wir machen das mehrmals täglich«, raunte er mir zu.
»So, wie du mehrmals täglich Schießübungen absolvierst?«, stichelte ich. »Das beruhigt mich in Anbetracht deiner Schießkünste nicht.«
Er lachte rau und sein Atem kitzelte mich, ließ mich schaudern. »Meine Mannschaft lässt sich von deinem Prachthintern sicher weniger ablenken als ich.«
Mit gerunzelter Stirn sah ich ihn finster an. »Wie soll ich diese Worte verstehen?«
Lässig hob er die Schultern. »Ganz wie es dir beliebt, Flüsterin.«
Da wir bereits an der Reling angekommen waren, ersparte ich mir eine Antwort. Noch ehe das Boot auf dem Deck abgesetzt wurde, sprang die Taryna hinaus und gab Befehle. Offensichtlich war sie der Erste Maat. Galant bedeutete Caspian mir, vor ihm das Boot zu verlassen.
»Du willst mir nur wieder auf den Hintern glotzen«, zischte ich.
»Leider sieht man den unter der Decke nicht«, erwiderte Caspian viel niedergeschlagener, als ich ihm abkaufte.
Ich atmete aus und betrat das Schiff. Als ich mit dem ersten Fuß die Planken berührte, fühlte ich ein heftiges Pulsieren. Das Flüstern erklang und für einen Moment verblassten alle Farben, die Bewegungen erstarben. Doch als ich blinzelte, war alles wieder normal.
Caspian landete schwungvoll neben mir, warf die Decke ab und richtete sich zu voller Größe auf. Seine Kleidung war immer noch klatschnass und klebte an seinem Körper, ließ keinerlei Spielraum für Spekulationen. Der Pirat war mehr als stattlich, in jeder Hinsicht.
Hastig wandte ich mich ab und ließ meinen Blick schweifen. Neben der Taryna und dem brummenden Hünen befanden sich nur vier weitere Seeleute an Deck, keiner davon besaß die bunten Haare einer Taryna. Ob die anderen schliefen? Oder hatte Caspian nur eine winzige Mannschaft. Und wo war …
»Den Totengöttern sie Dank, dir geht es gut!«, quietschte Pearl, flog rasend auf mich zu und warf sich mir an den Hals.
Von der Wucht musste ich um mein Gleichgewicht ringen, fand es jedoch kurz darauf wieder, bevor ich unelegant auf meinem ach so bezaubernden Gesäß landen konnte.
»Pearl«, wisperte ich. »Du bist wirklich hier.«
Der Otter kuschelte sich trotz meiner nassen Kleidung an mich. Pearl kroch unter meine feuchten Haare, legte sich wie eine Kette um meinen Hals und gab ein zufriedenes Schnurren von sich.
»Wir haben uns Mühe gegeben, damit es ihr gut geht«, sagte die Taryna. »Stimmt doch, Pearl?«
Der Otter gurrte. »Maya hat sich sehr gut um mich gekümmert. Sie ist sehr weise und mächtig.«
»Maya also«, murmelte ich.
Die Taryna schenkte mir ein Lächeln. »Ich habe Pearl meinen Namen verraten, damit sie weiß, dass wir einander vertrauen können.«
Ich schluckte. Namen waren so eine Sache. Ich verriet meinen Namen nicht. Niemandem. Für jeden in meiner Umgebung hieß ich Flüsterin. Nur Pearl wusste, wie ich wirklich hieß, und sie behielt meinen Namen stets für sich.
»Deswegen verlange ich auch nicht, dass du uns deinen wahren Namen verrätst«, sagte Caspian. »Erst, wenn du soweit bist, stelle ich dir den Rest der Mannschaft vor. Bis dahin sei gewiss, dass sie alle ehrbare Absichten haben.« Ein Schmunzeln stahl sich auf seine Lippen. »Sofern Piraten ehrbar sein können.«
»Keiner von denen wird mich also für ein Kopfgeld an die Stadtwache ausliefern?«, fragte ich.
»Aye. Meine Leute sind handverlesen und loyal bis zum Tod«, antwortete Caspian. »Wir sind wie Geschwister von verschiedenen Eltern. Du wirst hier so lange sicher sein, wie ich es möchte.«
»Na, dann hoffe ich, das ändert sich nach unserem Gespräch nicht.«
Immer noch schmunzelte er, doch es erreichte seine Augen nicht mehr. »Ich gebe dir noch einmal mein Wort, dass du sicher bist, auch wenn du dich entscheidest, uns wieder zu verlassen.«
Da ich Caspian nicht gegen mich aufbringen wollte, nickte ich. Mein Misstrauen war nicht ihm geschuldet. In meinem Leben hatte ich nichts als Verrat und puren Eigennutz unter Menschen kennengelernt. Zoran war nur einer von vielen Auftraggebern, die mich über den Tisch ziehen wollten, weil sie dachten, sie könnten es sich mit Abschaum wie mir erlauben. Deswegen forderte ich schon lange die Hälfte des Preises vor Erledigung des Auftrags ein, sonst wären Pearl und ich wohl längst verhungert.
Bisher schien Caspian aufrichtig zu sein. Doch allein die Tatsache, dass er ein Pirat war, machte ihn in meinen Augen verdächtig.
»Sollen wir dann über dein erweitertes Angebot reden?«, wollte ich wissen.
»Erst möchte ich, dass du dich umziehst.« Er winkte Maya zu sich. »Bring sie in mein Quartier, hol ihr trockene Kleidung und etwas zu essen für sie und das Otter-Mädchen. Sie sollen sich wohlfühlen.«
»Das klingt gerade, als wolltest du das Gespräch hinauszögern«, sagte ich gereizt. »Ich würde es gern hinter mich bringen.«
»Deinem Wunsch werde ich gerne entsprechen, sobald ich das Schiff in Sicherheit gebracht habe«, antwortete Caspian ruhig.
»Wie meinst du das?«
»Wir werden ein Stück aufs offene Meer fahren, damit uns die Stadtwache nicht zufällig findet. Selbst Mayas Illusionen stoßen an ihre Grenzen, wenn unzählige Boote das Wasser nach uns absuchen.«
Ich biss mir auf die Unterlippe. »Das klingt …«
»… als würde ich dich in eine Falle locken, ich weiß.« Caspian rieb sich über den Nacken. »Aber mir ist die Sicherheit meiner Crew – und natürlich meiner geschätzten Gäste – wichtig. Die kann ich vermutlich nur auf dem offenen Meer gewährleisten. In der Zwischenzeit könntest du dich ausruhen, etwas essen … betrachte es als eine Art Kurzurlaub.«
Wirklich glücklich war ich darüber nicht, aber welche Wahl blieb mir momentan? Ich konnte ja nicht an Land zurückschwimmen. Und selbst wenn, was dann? Ohne Perücke fiel ich viel zu sehr auf, würde es also nicht in mein Versteck schaffen. Falls es das überhaupt noch gab.
»Ihr habt nicht zufällig eine Perücke für mich?«, fragte ich an Maya gewandt. »Ich bin nicht wählerisch. Alles, was meine bunten Haare versteckt, ist mir recht.«
Blinzelnd betrachtete sie mich. »Wieso willst du sie verstecken? Sie sind atemberaubend schön.«
»Und auffällig wie ein Glitzerstaub pupsendes Flugpferd«, antwortete ich.
Caspian prustete los, hatte sich jedoch schnell wieder im Griff. Maya verzog den Mund.
»Ich verstehe, wenn du sie in Varun verbirgst, wo sie dich in Gefahr bringen. Aber wieso willst du sie hier unter einer Perücke verschwinden lassen?«, hakte sie nach.
»Keine Ahnung. Vermutlich, weil ich immer eine Perücke trage. Selbst zum Schlafen.«
»Hm.« Maya schüttelte den Kopf. »Wenn du dir keinen Mopp aufsetzen willst, werden wir hier nichts haben, das du verwenden kannst. Höchstens ein Haartuch und das wird aussehen, als hättest du irgendein Geschwür, wenn du alle Haare darunter schiebst.«
Geräuschvoll ließ ich den Atem entweichen. »Schön, ich werde schon eine Weile ohne Perücke zurechtkommen.«
Maya nickte und hob den Arm. »Dann bringe ich dich jetzt in die Quartiere des Captains.«
Ich warf noch einen Blick auf Caspian, der den Befehl zum Ablegen gab. Eine Frau kletterte in die Takelage, der Hüne holte den Anker ein und zwei Männer hissten die Segel. Caspian schritt auf das Steuerrad zu, zwinkerte, als sich unsere Blicke trafen, und wirkte selbst in der nassen Kleidung wie ein waschechter Captain.
Ich musste Caspian wohl eine Weile nachgestarrt haben, denn erst, als sich Maya räusperte und mir ein schiefes Lächeln zuwarf, setzte ich mich in Bewegung.
Bei den Totengöttern, war mir das gerade peinlich. Dann sah Caspian eben unverschämt gut aus. Na und? Er wollte mich für einen Auftrag gewinnen, hatte mich ausspioniert und wusste mehr über mich, als gut für mich sein konnte. Von ihm wusste ich nur den Namen – und ich war nicht einmal sicher, ob es sein richtiger war.
Vor der Tür zu Caspians Räumlichkeiten blieb Maya stehen und ließ mir den Vortritt, nachdem sie die Tür geöffnet hatte. Staunend sah ich mich um. Die Kajüte war größer, als ich sie mir von außen vorstellen hatte können. Vor einem großen Fenster stand ein hüfthohes Bücherregal, das mit Karten, Folianten und Messwerkzeugen vollgestopft war. Davor befand sich ein Schreibtisch aus dunklem Holz mit aufwendigen Schnitzereien von Fischen. Die Wände schmückten etliche Karten der sieben Reiche sowie ein paar kunstvolle Gemälde von Städten. In der hinteren Ecke entdeckte ich ein von Vorhängen verborgenes Bett, davor eine Truhe und einen Schrank. Es gab sogar eine Feuerstelle, neben der sich zwei Ledersessel und ein winziger Beistelltisch befanden. Teppiche auf dem Boden verliehen dem Raum eine angenehme Behaglichkeit. Als Maya die Kerzen im Kronleuchter entzündet hatte, flutete beruhigende Wärme das Quartier.
»Ich hoffe, du bist mit deiner Unterbringung zufrieden?«, fragte sie mit schiefem Lächeln.
»Ich muss gestehen, dass ich noch nie so luxuriös gehaust habe. Alles ist so ordentlich und sauber …«
»Man mag es nicht glauben, aber Caspian hat Ordnung gern.« Sie kicherte. »Er sortiert manchmal das Besteck in der Kombüse, wenn er nachts nicht schlafen kann.«
Die Vorstellung entlockte mir ein belustigtes Schnauben. Ein Pirat, der Besteck sortierte, war bestimmt ein amüsanter Anblick.
»Ich werde dir jetzt Kleidung und etwas zu essen holen«, riss Maya mich aus meinen Gedanken. »Du kannst es dir natürlich schon bequem machen.«
»Lieber nicht, sonst ruiniere ich die Möbel.«
»Ich glaube, damit kommt Caspian klar. Er hat sich mehr als einmal durchnässt auf einen der Stühle geworfen, um vor dem Feuer zu trocknen.« Sie griff sich an die Stirn. »Oh, ich habe noch kein Feuer gemacht. Warte, bitte.«
Schnell stapelte sie Holz in den Kamin, entzündete es mit zwei Feuersteinen und wartete, bis sich die Flammen knisternd in die Scheite fraßen.
Mit einem zufriedenen Nicken erhob sie sich. »Bitte, setz dich«, sagte sie. »Du musst ja halb erfroren sein.«
»Eigentlich …«
»Ist sie kalt wie Eis«, fiel Pearl mir ins Wort. »Los, ans Feuer mit dir. Sonst erfrieren wir beide.«
Ich erhob keine Einwände, mir war wirklich kalt. Das wollte ich nur vor Maya nicht zugeben. Sie beobachtete mich, wie ich mich auf den Boden vor den Kamin setzte und meine Hände vor die Flammen hob.
»Bist du die einzige … Taryna an Bord?«, fragte ich, weil Maya keine Anstalten machte, zu gehen oder etwas zu sagen.
»Na ja, die meisten an Bord besitzen zumindest ein wenig Magie. Sie können Kerzen anzünden oder eine Karte erraten, die du aus einem Stapel ziehst, weil sie dieses Aufblitzen in deinen Gedanken lesen können. Abgesehen davon bin ich die einzige Taryna neben dir.«
Ich schwieg einen Moment. »Was ist mit Caspian? Er besitzt Magie, oder?«
»Caspian ist sehr feinfühlig. Er nimmt mehr Dinge wahr als jeder andere von uns. Das liegt vermutlich daran, dass seine Vorfahren aus Nyxor stammen. Und das ist …«
»Das Reich der Jäger«, vollendeten wir gemeinsam den Satz.
Grimmig nickte Maya. »Diese Menschen sind ja darauf trainiert, Taryna aufzuspüren. Vermutlich nimmt Caspian deswegen jeden Funken Magie wahr, selbst den von Geistern. Er kann sie nicht sehen, wie du, aber er spürt, wenn sich einer im Raum aufhält.«
»Hm. Um Magie wahrzunehmen, muss man selbst jedoch ein wenig davon besitzen.«
»Mag sein, Caspian kann sie aber nicht bewusst einsetzen. Er ist meisterhaft darin, meine Illusionsmagie zu formen, wäre aber selbst nie in der Lage, sie zu erschaffen. Also ja, er besitzt etwas Magie, aber sie ist so gering, dass nicht einmal ich sie fühlen kann.«
Räuspernd sah ich zu Maya auf. »Wieso bist du Teil seiner Crew geworden?«
Die Taryna wandte sich ab. »Das ist eine sehr lange, sehr persönliche Geschichte. Falls du diese Frage stellst, weil du herausfinden willst, ob du Caspian vertrauen kannst, lautet die Antwort: ja. Er will dich als Teil unserer Crew haben – und er würde für jeden von uns sein Leben geben.« Maya seufzte. »Ich verstehe, dass es dir schwerfällt, anderen zu vertrauen. Wesen wie wir haben jedes Recht dazu. Dennoch bitte ich dich, Caspian zumindest eine Chance zu geben. Er mag ein Pirat sein, dennoch ist er aufrichtiger als die meisten anderen Menschen, denen ich begegnet bin. Und ich bin vielen begegnet. Sehr vielen.«
Damit verließ sie den Raum, ohne mir die Möglichkeit zu geben, etwas zu erwidern.
Pearl kroch unter meinen Haaren hervor, setzte sich zwischen meine Füße und sah mich mit ihren großen Knopfaugen an.
»Ich mag die Leute hier«, verkündete sie. »Und du weißt, ich mag Menschen eigentlich nicht. Aber diese Piraten waren nett zu mir.«
»Das ändert allerdings nichts daran, dass Caspian etwas plant, das unser Leben kosten wird«, brummte ich. »Eine Erinnerung zu stehlen, ist schon schwierig genug, wenn man es nicht in einem Schloss voller Wachen machen muss. Und der König ist grausam. Ich will nicht herausfinden, wie er uns bestraft, wenn er uns erwischt.«
»Du hast Maya doch gehört, die Mitglieder seiner Crew sind Caspian wichtig. Wenn wir ein Teil davon werden …«
»Pearl, ich bezweifle, dass wir so schnell vollwertige Mitglieder werden, dass Caspian über sich hinauswächst, um uns zu beschützen«, unterbrach ich sie. »Ich höre mir sein Angebot an, aber in das Königsschloss einzudringen und dort eine Erinnerung zu holen, sehe ich nicht als ernstzunehmende Möglichkeit für uns.«
»Was dann?« Pearl legte ihre eiskalten Hände auf meinen Unterarm. »Nach Varun können wir nicht zurück. Dank dieses Dreckskerls von einem Kaufmann werden wir gesucht. Aufträge bekommen wir so keine, unsere Ersparnisse würden uns zwar eine Weile über Wasser halten, allerdings wäre es ein Risiko, das Versteck zu verlassen. Falls es noch existiert. Wer weiß, ob jemand deine Spur aufgenommen hat. Was wäre also, wenn der schlimmste Fall eintritt?«
»Dann verlassen wir Varun eben und gehen ins Landesinnere. Fangen neu an. In einer anderen Stadt oder einem anderen Reich …«
»Diese Möglichkeit ziehst du in Betracht, nicht aber, dass du Teil einer Piratencrew wirst, in der Taryna und Familiare nicht wie Ware behandelt werden?«
Ich seufzte. »Pearl … sie waren nett zu dir. Sie haben mir geholfen zu entkommen. Aber das bedeutet nicht, dass wir ihnen wirklich vertrauen dürfen. Und außerdem …« Ich senkte die Stimme. »Sind wir auf dem offenen Meer. Vorhin habe ich ein seltsames Flüstern gehört, als ich das Beiboot bestiegen habe. Als der Kraken mich ins Wasser geschleudert hat, ist das Flüstern lauter geworden. Und auf dem Schiff habe ich es ebenfalls gehört. Ich glaube … was auch immer ich über meine Vergangenheit vergessen habe, es hat etwas mit dem Meer zu tun.«
»Vielleicht solltest du dann erst recht auf diesem Schiff bleiben.« Pearl tätschelte meine Hand. »Möglicherweise findest du so, was du für verloren hältst.«
Ich teilte ihre Zuversicht nicht, doch ich beließ es dabei. Pearl wünschte sich Sicherheit, die ich ihr im Moment nicht geben konnte. Ich wusste nicht, ob Caspian dazu in der Lage war. Das Gespräch – wann immer es stattfand – würde es weisen müssen.