Kapitel 48 - New Memories
By Lilly Lucas
Ich war froh, als die Zeremonie endlich vorbei war. Nicht weil sie langatmig gewesen wäre – im Gegenteil. Rebecca hatte die perfekte Mischung aus unterhaltsam, humorvoll und emotional gefunden. Es war gelacht worden – als sie Anekdoten aus Wills und Izzys Kindheit ausgepackt oder seine Eitelkeit aufs Korn genommen hatte. Dann wiederum hatte es Momente gegeben, in denen man eine Stecknadel hätte fallen hören können. Beim Eheversprechen hatten fast alle Tränen in den Augen gehabt, und als der Ringtausch stattfand, hatten auch die Hartgesottensten zum Taschentuch gegriffen. Dass ich trotzdem erleichtert war, nicht länger am Traubogen stehen zu müssen, hatte einen anderen Grund. Einen, der einen schwarzen Anzug trug und mir volle dreißig Minuten direkt gegenüber gestanden hatte.
»Hier.« Fynn drückte mir ein Sektglas in die Hand. Er trug einen cognacfarbenen Leinenanzug und ein weißes Hemd ohne Krawatte. Den obersten Knopf hatte er offen gelassen, was seinem Look etwas Lässiges verlieh. »Du siehst aus, als könntest du das gebrauchen.«
Oh, wie recht er hatte. Ich nahm einen Schluck und scherzte, dass es das letzte Mal böse ausgegangen war, als er mich mit Alkohol versorgt hatte.
»Ach, du warst doch eine sehr angenehme Betrunkene.«
»Naaah, der da drüben würde was anderes behaupten.« Mit meinem Zeigefinger deutete ich auf Ryan, der beim Brautpaar stand, das den Gratulationsmarathon offenbar erfolgreich hinter sich gebracht hatte.
Fynn hob die Brauen, aber ich machte eine wegwerfende Handbewegung.
»Du hättest übrigens erwähnen können, dass Izzy dich zur Hochzeit eingeladen hat.«
»Das hab ich.«
»Nein, hast du nicht.«
Er lachte. »Doch. Und dass ich nicht sicher bin, ob ich hingehen soll.«
»Wegen Olly«, sagte ich, als würde ich mich erinnern. Aber das tat ich nicht. »Wie hat er reagiert? Als er dich hier gesehen hat?«
»Überrascht.« Er neigte den Kopf. »Ein bisschen angepisst.«
Ich zog die Luft durch die Zähne, aber Fynn gab sich entspannt.
»Damit war zu rechnen.«
Wir standen noch ein Weilchen zusammen und beobachteten das Treiben um uns herum. Dann klatschte Will laut in die Hände und lud zu Kaffee und Kuchen. Die Gäste setzten sich in Bewegung, und wir uns mit ihnen.
Als ich dicht gefolgt von Fynn die Scheune betrat, musste ich grinsen. Olly stand wie angewurzelt vor seinem Platz und stierte grimmig auf das Namenskärtchen.
»Und los geht’s«, säuselte ich.